Man wird in der jetzigen Amtsperiode des Gemeinderats von Hilzingen sicherlich noch mehr als bisher schon von der SPD/UL (Unabhängige Liste) hören. Mit den Kommunalwahlen im Mai hat sich die Anzahl der Mandate der Listenvereinigung verdoppelt. Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurden vier SPD/UL-Räte verpflichtet. Nach der Verpflichtung ging es für das neue Gremium auch gleich ans Sachgeschäft. Auf der Tagesordnung standen wichtige Themen wie der Bau neuer Kindergärten.

Astrid Rothmund hat schon lange Ehrenämter inne

Als interessant und spannend hat Astrid Rothmund ihre erste Ratssitzung erlebt. Schließlich ging es mit der Kinderbetreuung um Dinge, die bei ihr ganz weit vorne stehen. Die 50-jährige Hilzingerin hat zwei mittlerweile erwachsene Kinder. Mit ihnen hat sie – immer als Elternbeirätin oder Vorsitzende dieser Gremien – Kindergarten und Schule durchlaufen. „Einmal Ehrenamt, immer Ehrenamt“, schmunzelt sie. Aber das habe zu ihrer Einstellung gepasst, sagt Rothmund. Sie sei ein sehr sozialer Mensch. Stark am Herzen liegt ihr auch die Jugendarbeit in der Gemeinde und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Demokratische Strukturen sind ihr wichtig. So könnte sie sich vorstellen, durch eine weitere Bürgerbeteiligung Möglichkeiten zu finden, wie man dem kontrovers diskutierten halben neuen Dorfplatz Leben einhauchen könnte.

Astrid Rothmund hat im ersten Anlauf den Sprung ins Ortsparlament geschafft. Als Grund sich kommunalpolitisch zu engagieren nennt sie, dass sie ihrer Heimatgemeinde gerne etwas zurückgeben möchte, sich aktiv in die Gemeindentwicklung einbringen will.

Tilo Herbster ist von Beruf Fachmann für Umweltthemen

Auf eines kann man sich einstellen – deswegen haben ihn die Bürger ja auch gewählt: Mit Tilo Herbster als neuem Ratsmitglied werden sicher in viel größerem Umfang als bisher im Ratssaal Natur- und Klimaschutz eine Rolle spielen. Herbster will als Schwerpunkt seiner kommunalpolitischen Arbeit Umweltthemen einbringen – er ist ja auch der Fachmann dafür. Der Forstingenieur war nach seiner beruflichen Anfangszeit Leiter erst des Forstreviers Gailingen, dann des Reviers Hilzingen sowie Kreisökologe. Parteipolitik an sich ist für den 54-Jährigen nicht maßgeblich. Das Mitglied der Grünen hat bei zwei vorangegangenen Kommunalwahlen zum Bewerberfeld der Freien Wähler gehört. Nun hat er wie Rothmund auf der UL-Liste kandidiert. „Wichtig ist nicht, für welche Partei man kandidiert, sondern wofür man steht.“

Zwar ist Herbster als nächster Anrainer beim heiß diskutierten Thema Kiesabbaugebiet „Dellenhau„ im Gemeinderat befangen und darf nicht mit abstimmen. Aber in die Beratung kann er sein Fachwissen einbringen. Herbsters Zeitbudget ist eng. Aber in Umweltfragen Sachverstand einbringen zu können war der Anlass für ihn, sich zur Wahl zu stellen.

Welche Themen treiben ihn um? „Die Landbewirtschaftung der gemeindeeigenen Grundstücke müsse umwelt- und insektenfreundlicher werden. Auch eine ökologisch ausgerichtete Zertifizierung des Gemeindewaldes möchte er anregen.