Die FDP ist in Hilzingen traditionell überdurchschnittlich stark. Im Gemeinderat findet man die Liberalen nun mit fünf statt bisher vier Vertretern. Das einzig bekannte Gesicht ist Sigmar Schnutenhaus – die anderen Räte sind neu. Alexander Grambach, Sebastian Harder und Meike Vogt sind drei von ihnen. Die „Neuen“ präsentieren sich als gut funktionierendes Team. Beim Gruppenfoto legen sie sich kameradschaftlich die Arme um die Schultern. Auch im Gespräch ergänzen sie sich und zeigen in vielen Punkten Übereinstimmung.

„Ich habe hier so viel Gutes mitbekommen“

Die neuen Räte haben alle drei mit Ausnahme der Studienzeiten und kurzer beruflicher Unterbrechungen ihr Leben in Hilzingen verbracht. Für die Gemeinde aktiv sein können, ihr etwas zurückgeben wollen – das war für sie das Motiv, sich als Kandidaten aufstellen zu lassen. „Ich bin hier aufgewachsen, ich habe hier so viel Gutes bekommen – in Kindergarten, Schule, beim Fußball „ sagt Grambach.

Meike Vogt, mittlerweile verheiratet, hat noch als Meike Ptak kandidiert. Sie stammt aus einer im örtlichen Vereinswesen fest engagierten Familie. Sie bekräftigt Grambachs Worte: „Ich lebe nach dem Prinzip: Es gibt immer ein Nehmen und ein Geben.“ Als Gemeinderätin sieht sich die 30-Jährige in der Verantwortung für die Gesamtgemeinde mit all ihren Ortsteilen. „Jeder muss sich hier wohlfühlen“.

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Der Hilzinger Gemeinderat hat sich mit den Kommunalwahlen im Mai stark verändert. 13 seiner 21 Mitglieder wurden neu in das Gremium gewählt. Damit verbunden ist auch eine erhebliche Verjüngung des Rats. Genau dies sei mit eine seiner Intentionen für die Kandidatur gewesen, sagt Harder: „Ein jüngerer und modernerer Gemeinderat, der neuen Input und Ideen bringt – frischen Wind eben.“

Mit jüngeren Räten wäre vielleicht auch das Kindergarten-Problem früher aufgefallen, so Harder. Nicht nur, dass die Kleinkind-Betreuung in Hilzingen ein drängendes Thema ist, beschäftigt den 36-Jährigen. „Soziales, dafür gibt es Potenzial“, meint er und weist unter anderen auf die fehlende Kinder- und Jugendbeteiligung hin.

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Ein besonderes Thema ist für Grambach die Gemeindeentwicklung. Er möchte den Dorf-Charakter erhalten – obwohl er sich der Zwickmühle bewusst ist, dass Geschoss-Wohnbau zur Schaffung neuen Wohnraums erforderlich ist.

Kiessabbau als wichtiges Thema

Zudem sei das heftig bekämpften Kiesabbau-Vorhaben im Hilzinger Gewann Dellenhau „ein Problem, das vielen unter den Nägeln brennt.“ Eine wichtige Entscheidung dazu war von den Räten übrigens gleich während der konstituierenden Sitzung zu fällen: Der Beschluss, für dieses Areal einen Bebauungsplan aufzustellen und erst mal eine Veränderungssperre zu beschließen.

In der Serie „Neu im Rat“ berichtet der SÜDKURIER über die Erwartungen der neu gewählten Gemeinderäte an die Kommunalpolitik. Wir stellen neue Gemeinderäte vor. Damit soll auch ihr ehrenamtliches Engagement gewürdigt werden.