Die zweiköpfige SPD/UL-Fraktion im Hilzinger Gemeinderat hat schon frühzeitig kritisch Stellung bezogen zum Kiesabbau im Gewann Dellenhau. Diesen hat die Firma Birkenbühl, Überlingen, beantragt, an der Gemarkungsgrenze zu Gottmadingen. Mittlerweile spricht sich die SPD/UL-Fraktion entschieden gegen einen Abbau aus. Allerdings werde man den Abbau nach dem derzeitigen Stand wohl nicht verhindern können, sagte die Rätin Andrea Baumann nun bei der öffentlichen Fraktionssitzung, übereinstimmend mit Rainer Luick, Grünen-Kreisrat, Regionalverbandsmitglied und Fachmann mit Professur für Natur-und Umweltschutz an der Hochschule Rottenburg. Aber man könne und müsse politisch Druck machen, um möglichst umwelt- und naturverträgliche Abbaubedingungen zu erzwingen.

Baumann appellierte an ihre 30 Zuhörer, sich mit Einwendungen an der noch bis Ende März laufenden Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des Raumordnungsverfahrens zu beteiligen: "Wir von der SPD versuchen Ihnen einen Weg aufzuzeigen, wie sie sich möglichst effektiv in die Beteiligung einbringen können." Das Raumordnungsverfahren wird das Regierungspräsidium Freiburg nach Abwägung aller Interessen mit einer Empfehlung für das Genehmigungsverfahren bescheiden. Die Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt Konstanz. Für das Raumordnungsverfahren wurden zu allen wesentlichen Belangen im Auftrag der Firma Birkenbühl von unabhängigen Fachfirmen Gutachten erstellt – eine Konstellation, die auch von der zuhörenden Bürgerschaft mit viel Skepsis betrachtet wurde.

Bei drei dieser Gutachten sieht die Hilzinger SPD-Fraktion die Möglichkeit einzuhaken. Ihre Stellungnahmen wird sie zusammen mit den Gutachten auf der Homepage der SPD Hilzingen allen zur Verfügung stellen, die sich mit Einwendungen und Bedenken am jetzigen Öffentlichkeitsverfahren beteiligen wollen: "Wichtig ist, dass viele fundierte Stellungnahmen und Argumente eingehen", appellierte Baumann an die Zuhörer.

Zudem in Freiburg thematisieren muss man nach Meinung der SPD-Frauen unter anderem die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung und die von ihnen als lückenhaft betrachtete Bedarfsanalyse und Aussagen der Gutachten bezüglich der Nachhaltigkeit. Beantwortet wissen wollen sie auch die Frage, wie lange der Kies-Bedarf der Region auch ohne einen Abbau im Dellenhau gesichert sei. In Zweifel ziehen sie die angegebenen Export-Mengen. Des Weiteren befürchten sie nach den Darstellungen des naturschutzfachlichen Gutachtens eine Reduzierung der Artenvielfalt im Abbaugebiet, unter der sich stark geschützte tiejre wie zum Beispiel die Rauhautfledermaus als eine der neun im Dellenhau vorkommenden Fledermausarten befinden.

Unter den Zuhörern war eine Reihe von Bürgern aus den nächstgelegenen Einzelansiedlungen und dem Singener Twielfeld. "Wer fragt nach uns?", monierte Maria Horand-Kummerländer, die mehr Staub und Lärm auf sich zukommen sieht. Sie hat bei den Nachbarn Unterschriften gegen den Abbau gesammelt. Zusammen mit den Unterschriften der Initiative der Abbau-Gegner haben dann 4100 Bürger aus Hilzingen, Gottmadingen, Rielasingen-Worblingen und Singen bekundet, dass sie an diesem Standort kein Kieswerk wollen.

So geht es weiter

Im Gemeinderat am Dienstag, 14. März, 19 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses Hilzingen stellt ein Vertreter des Regionalverbandes in puncto Rohstoffabbau im Gewann Dellenhau die Bedarfsanalyse vor. Des Weiteren kündigt die Gemeinde Hilzingen eine Stellungnahme an. Die Gutachten zum Raumordnungsverfahren und die Stellungnahmen der SPD/UL-Fraktion im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung sind auf der SPD-Internetseite eingestellt: www.spd-hilzingen.de (drm)