Hilzingen Oldtimer-Treff mit Tin Lizzy und 3-PS-Feuerstuhl

Hilzingen lädt wieder zum Treffen historischer Motorfahrzeuge ein. Die Vehikel dürfen nicht jünger als Baujahr 1960 sein.

Am Kirchweihsamstag wird Hilzingen wieder zum Treffpunkt vieler Oldtimer-Fans weit und breit diesseits und jenseits der Staatsgrenze. 190 Oldies – ein Dutzend Traktoren und jeweils rund achtzig Autos und Motorräder – werden am Samstag, 14. Oktober, in Hilzingen erwartet.

Wobei diese Oldies nicht einfach Oldies sind. Denn den Oldie-Status hat ein Fahrzeug in Deutschland schon nach 30 Jahren erreicht. Die flotten Flitzer und gemütlichen Schnauferl, die am Treffen historischer Motorfahrzeuge in Hilzingen teilnehmen, sind jedoch noch mal um ein ganzes Stück älter. Baujahr 1960 ist die Zulassungsgrenze für die Teilnahme an dieser Veranstaltung, die nunmehr zum 34. Mal Maßstäbe für ähnliche Veranstaltungen in der Region setzen soll. Viele der teilnehmenden Fahrzeuge haben aber noch bedeutend mehr Jahre auf der Karosserie. Das älteste Fahrzeug, eine der vier vertretenen legendären Tin Lizzies, ist bereits vor 108 Jahren vom allerersten Fertigungsband bei Ford gerollt.

Biker muss selbst strampeln

Walter Hägele verspricht den Besuchern des Treffens noch viele weitere Raritäten aus der Frühzeit des Automobil- und Motorradbaus. "Da sind richtige Schätze dabei", freut sich der Initiator und langjährige Organisator des Treffens, der sich auch heute noch aktiv in die Vorbereitungen und die Durchführung des Treffens im Rahmen der Kirchweih einbringt. Zum Beispiel das älteste unter den 41 Motorrädern mit Baujahren vor dem Zweiten Weltkrieg: Es ist eine Maschine des deutschen Herstellers Wanderer und stammt aus dem Baujahr 1912, ohne Gangschaltung, ohne Kickstarter und ohne Kupplung.

Am Berg muss der Fahrer bei dem 3 PS starken Motorrad mit zwei Zylindern und 420 Kubikcentimetern Motor mittreten wie bei einem Fahrrad.

Eine wirkliche Seltenheit, die es an diesem Samstag zu bestaunen gibt, ist auch die AJS Typ H3 aus dem Baujahr 1927. Sie ist eines der mehrmals auf dem Treffen vertretenen Motorräder, deren Hersteller ehemalige Waffenfabriken waren und die nach dem Ersten Weltkrieg auf Motorräder umsattelten.

Zahlenmäßig stark sind unter den Autos in diesem Jahr kleine kleine französische Wagen aus den 1920er Jahren vertreten. Auch gibt es die ganzen Palette der zwischen den Jahren 1949 und 1960 gebauten Mercedes-Modelle zu sehen. Auch oft vertreten: die hubraumstarken großen Amerikaner der 1920er und 1930er Baujahre mit ihren typischen, langsam drehenden Motoren. Ein besonderes Schmankerl für Fans ist darunter ein Paige von 1927. Er hat einen gerade mal 28 PS starken, aber 4,8 Liter großen Motor.

Unter den Traktoren gibt es unter anderem ein Modell der Marke Lanz aus dem Baujahr 1936. Unter diesen Traktoren befindet sich auch der kleinste Traktor des bayerischen Herstellers Schlüter, der bis in die 1970er Jahre für sich in Anspruch nehmen konnte, den größten deutschen Traktor zu bauen.

Das Oldtimer-Treffen

Zum 34. Treffen historischer Motorfahrzeuge am Kirchweihsamstag, 14. Oktober, treffen die Oldies ab 10 Uhr im Schlosspark ein. Um 13 Uhr beginnt die Parade der Fahrzeuge. Christoph Karle, Kurator des MAC Singen und Mitglied des Parlamentskreis Automobiles Kulturgut des Bundestags, moderiert sie. Der Moderator dürfte dabei schon allein deshalb viel zu erzählen haben, weil die Oldtimer sämtlich älter als Baujahr 1960 sind, gilt es oft, technische Besonderheiten zu erwähnen, die heutzutage kurios anmuten. (drm/ebr)

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