Hilzingen Merkel-Double Marianne Schätzle im Interview: "Die Kanzlerin ist immer noch Programm"

Merkel-Double Marianne Schätzle gibt im SÜDKURIER-Interview interessante Einblicke in ihre neuen Aufführungen.

Frau Schätzle, Sie sind eine dreifache Mutter mittlerweile erwachsener Kinder und berufstätig. Wie und wann haben Sie in ihrem vollen Alltag denn da entdeckt, dass Sie ein Händchen für Comedy, Kabarett und Satire haben?

Das hat mich, glaube ich, immer schon begeistert. Ich war ein großer Fan von Emil Steinberger, oder Dick und Doof. Während eines Landschulaufenthaltes in meiner Schulzeit mussten alle Schüler der Klasse spontan irgendwas vorführen. Das war mein erster erfolgreicher Comedy-Auftritt. Ich konnte meine Mitschüler mit meinem Beitrag zum Lachen bringen. Vor 16 Jahren bin ich dann auf die mittlerweile nicht mehr bestehende Kabarettgruppe „Menschen-zufällig weiblich“ in Konstanz gestoßen, bei der ich über zehn Jahre auf der Bühne stand und viele Rollen ausprobieren durfte.

Comedy und Kabarett boomen wie nie zuvor. Können Sie sich vorstellen weshalb?

Alle sprechen von der Spaßgesellschaft. Die Menschen wollen Spaß haben und suchen Abwechslung und Ablenkung vom stressigen Alltag. Das ist auch mein Ziel: Die Leute für einen Abend abzulenken, sie mal wieder auf andere Gedanken bringen.

Als Angela Merkel-Double sind Sie voll eingeschlagen. Bereits in ihrem letzten Programm nahm diese Kunstfigur nicht mehr so viel Platz ein. Auch ihr erstes Programm war ja kein reines Merkel-Programm Wie sieht es denn jetzt aus, in der Endzeit der Kanzlerin, sozusagen? Verabschieden Sie sich so langsam aus dieser Rolle?

Die Kanzlerin ist natürlich immer noch im Programm, sie kommt beim Publikum sehr gut an. Allerdings ist sie jetzt schon in der Startposition "to go". Nein, Scherz. Sie ist immer noch Teil meiner Auftritte, nur eben nicht mehr im früheren Umfang.

Wie sieht darüber hinaus ihr neues Programm aus?

Es hat viele Facetten. Es ist ein Rückblick, aber auch eine komische Beobachtung der Mitmenschen und der gesellschaftlichen Situation. Es geht um Schnelllebigkeit, alles soll „to go“ verfügbar sein. Zuhörer mit norddeutschem Migrationshintergrund lernen dabei den badischen Dialekt kennen. Es darf viel gelacht werden. Lassen Sie sich überraschen.

Und dabei zeigt sich Marianne Schätzle auch zum ersten Mal von ihrer musikalischen Seite, oder?

Ja, auch die Ukulele hat Premiere. Ich freue mich darauf.

Kurz gesagt, holen Sie also mit „Früher war nix to go“ zu einem 90-minütigen, vergnüglichen Rundumschlag zu gesellschaftspolitischen Themen aus?

Ja, es geht zum Beispiel um die Frage, was macht man, wenn man einen Facharzt anrufen möchte, aber dort keiner das Telefon abnimmt? Muss man dann besser gleich im Krematorium anrufen? Ich lästere über Männer, Frauen und das Älterwerden ab. Aber natürlich geht es auch wieder um Frau Merkel und meine Rolle als Kanzlerinnendouble, in der ich vorgebe sie immer wieder zu vertreten – sogar bei ihrem Ehemann.

Fragen: Ingeborg Meier

 

Zur Person

Marianne Schätzle ist seit fünf Jahren mit ihrem Soloprogramm "Ich bin durch" auch als Merkel-Double, bundesweit unterwegs. Ihr Programm hat sie in Bremen und auch in München im Schlachthof gespielt. Mit ihrer Kanzlerinnenparodie war sie schon mehrfach im deutschen und französischen Fernsehen zu sehen. Sie hatte in zwei Kinofilmen – unter anderem in "Kartoffelsalat" mit Otto Waalkes – eine Rolle. Schätzle hat mit Youtube Stars Videoclips gedreht, aber auch mit dem Rapper EcoFresh. Gefragt ist sie als Merkel-Double bei Firmenveranstaltungen. Ein besonderes Ereignis war für die Kabarettistin ihr Auftritt beim Schweizer Außenministerium in Bern vor 800 Leuten.

Die Premiere des neuen Programms "Früher war nix togo" ist ein Heimspiel. Sie stellt es am Freitag, 19. Januar, um 20 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum Hilzingen, Hanfgarten 10 vor. Kartenvorverkauf über die Hilzinger Buchhandlung s'Büchle" , Hauptstraße 54

 

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