„Wenn so tolle Zugpferde dem Verein vorstehen, muss man die einfach unterstützen“, sagte Sonja Wieser, als sie ihre Beitrittserklärung zum Narrenverein Pfiffikus am Ende des Info-Abends auf den Tisch legte. Ihrem Beispiel folgten dann noch weitere 32 erwachsene Hilzinger, die zusammen mit 19 Kinder dem Verein beitraten. Alle hatten sich im vollbesetzten Schlossparkcafe die Ausführungen von Kathrin Graf, Katja Guggemos, Elke Philipp und Wolfgang Reichle zu den Zukunftsplänen des Narrenvereins angehört. Diese Vier wollen sich bei der für den 15. Juli angesetzten Generalversammlung für die vakanten Vorstandsämter zur Wahl stellen.

Drei Frauen haben große Pläne

Derzeit leitet Wolfgang Reichle als stellvertretender Vorsitzender kommissarisch den Verein mit 15 aktiven und 11 passiven Mitgliedern. Als der Ort mit zwei Narrenbäumen war Hilzingen im Hegau Gesprächsthema, nachdem im Jahre 2011 die Holzer und deren Partnerinnen, die in der Eselgruppe aktiv waren, dem Pfiffikus den Rücken kehrten. Für den Narrenverein wurde es in den folgenden acht Jahren immer schwieriger, die traditionellen Fasnachtsveranstaltungen zu stemmen. Das Hilzinger Fasnachtsprogramm beschränkte sich zuletzt auf den Schmutzigen Donnerstag mit reduziertem Angebot und den Umzug am Fasnachtssonntag. Viele waren über die Situation alles andere als glücklich.

Es gab deshalb verschiedene Initiativen mit dem Ziel die Fasnacht in Hilzingen wieder zu beleben, jedoch ohne dauerhaften Erfolg. Kathrin Graf, Katja Guggemos und Elke Philipp, alle drei in Riedheim, auf der Reichenau und in Vöhrenbach mit der Fasnacht groß geworden, hatten an der Fasnacht 2018 festgestellt, dass der Schmutzige Donnerstag in Hilzingen nicht dem entspricht, was sie sich vorstellen. „Nach der Rathausabsetzung war nichts mehr geboten. Es gab keine Anlaufstellen. Die Leute gingen heim oder nach auswärts“ erzählen die drei Frauen.

Schneiderin für Kostüme ist schon gefunden

Sie beschlossen deshalb aktiv zu werden, doch nicht in einem neuen Verein. Sie wollen nun im bestehenden Narrenverein Pfiffikus selbst die Verantwortung für das Brauchtum im Ort übernehmen. „Wir werden unseren Fokus in Hilzingen auf die Fasnachtseröffnung am 11.11., den Schmutzigen Donnerstag und die Straßenfasnacht richten. Vorgesehen ist auch der Besuch von zwei auswärtigen Umzügen“ erklärte Kathrin Graf hochmotiviert den Besuchern des Info-Abends die künftigen Ziele. Dazu sei es erforderlich, neue aktive Mitglieder zu gewinnen. Mit diesen soll als erster Schritt die Hanselegruppe neu aufgebaut werden. „Eine Schneiderin wird uns bei der Herstellung der Kostüme in Eigenarbeit behilflich sein,“ weiß Katja Guggemos zu berichten.

Bürgermeister sagt Unterstützung zu

Auch an die früheren Mitglieder des Narrenvereins, welche noch ein Eselskostüm besitzen, erging die Einladung, wieder beim Pfiffikus aktiv zu werden. Nachdem die Situation der Hilzinger Fasnacht auch schon im Gemeinderat thematisiert worden war, freute sich der ebenfalls anwesende Bürgermeister Rupert Metzler über die positive Entwicklung und versprach: „Die Gemeinde stellt ihre Unterstützung in Aussicht, damit Fasnacht in Hilzingen Zukunft hat“.