Hilzingen Höhenflug eines Fotos des Hilzingers Daniel Biber

Die Bilderserie eines Starenschwarms ist unter den Besten eines weltweiten Profi-Fotowettbewerbs. Daniel Biber, semiprofessioneller Fotograf aus Hilzingen hat die Fotos, von denen eines um die Welt ging, gemacht.

Hilzingen – Die Bilderserie, die das Fotografenleben von Daniel Biber aus Hilzingen verändern sollte, entstand am 31. Dezember 2016 in zehn Sekunden. Sein persönliches Feuerwerk aus einem Schwarm von Staren. Mit einem dieser Fotos gewann er den Fotowettbewerb der Schweizer Vogelwarte und ist jetzt mit einer Serie von zehn Bildern unter die neun besten Profi-Naturfotografen weltweit des Sony World Photography Awards gekommen. Der Fotograf des Jahres und die Gewinner des Profi-Wettbewerbs werden am 19. April bekannt gegeben. Das Bild war ein Glückstreffer, hinter dem aber jahrzehntelange Erfahrung steckt. Über Jahre hinweg beobachtete er an der Costa Brava in Katalonien immer wieder große Starenschwärme. In der Nähe von Sant Pere Pescador kundschaftete er die Gegend nach einem guten Bildaufbau aus. "An diesem Abend hatte ich das unglaubliche Glück, Zeuge zu sein, wie der rauschende Schwarm die einmalige Form eines riesigen, fliegenden Vogels annahm", erzählt der 53-Jährige. Das Presseecho war enorm, das Foto ging durch die Medien und um die Welt, der Bekanntheitsgrad des semiprofessionellen Fotografen stieg enorm. Und es wurde der Verdacht laut, das Bild sei nicht echt. Was Biber durch die Originaldatei widerlegen konnte. "Ich komme noch aus dem analogen Zeitalter der Fotografie, es käme für mich nicht in Frage, ein Foto zu fälschen", sagt der Luft- und Raumfahrtingenieur. Er bearbeite die Fotos zwar, was zum Beispiel Ausschnitt oder Farbsättigung angeht, manipuliere das Bild aber nicht durch Entfernen oder Hinzufügen von Bildelementen.

Er hat als Schüler mit 17 Jahren mit der Fotografie begonnen. Die erste Spiegelreflexkamera kaufte er sich, weil er sie an sein Teleskop bauen wollte, um Sterne zu fotografieren. Dann begann er mit Landschafts- und Naturaufnahmen und entwickelte die Fotos im Labor des Friedrich-Wöhler-Gymnasiums in Singen. 2008 stieg er auf die Digitalfotografie um. Es gehe ihm nicht um Dokumentation, sondern um den künsterischen Aspekt seiner Fotos, sagt Biber. Er fotografiert nicht nur Natur, sondern auch Technik und Architektur. Außerdem ist Biber, der einen kleinen Radsportladen führt, viel mit dem Rad unterwegs. "Da habe ich immer eine Kamera dabei", sagt er. Wenn er auf Fototour geht, sind es drei Fotorucksäcke.

Seit 2015 nimmt Biber gezielt an Fotowettbewerben teil. Beim Sony Award bewerben sich Fotografen aus der ganzen Welt in zehn Kategorien mit rund 320 000 Fotos. Beim Profi-Wettbewerb, bei dem Biber mit der Bilderserie startete, waren es allein 129 000 Bilder. Er sei stolz, unter den Besten zu sei. "Ich kann nur allen empfehlen, die bei Wettbewerben mitmachen, sich nicht entmutigen zu lassen und zu schauen, was die Konkurrenz so macht", sagt Biber. Die Fotografie ist für ihn ein zweites Standbein geworden, seine Fotos werden auch über Agenturen vertrieben.

Vogel des Jahres

Der Star ist Vogel des Jahres

Der Naturschutzbund (Nabu) hat den Star zum Vogel des Jahres 2018 ernannt. Der Bestand der Vögel geht zurück, weil ihre Lebensräume weniger werden. Sein Lieblingsplatz sind beweidete Streuobstwiesen. Neben vielen eigenen Gesangsmotiven kann der Star andere Vögel und Geräusche nachahmen. Einzigartig ist die Schwarmbildung. Der größte in Deutschland beobachtete Schwarm umfasste 220 000 Vögel. Die Stare reagieren damit auf Angriffe von Greifvögeln. Wie ein großer Organismus erhebt sich der Schwarm und macht es dem Angreifer schwer einen einzelnen Vogel ins Visier zu nehmen. Der Star orientiert sich darin an bis zu sieben Vögeln in seiner Umgebung. Zu diesen versucht er den gleichen Abstand zu halten. Kommt der Greifvogel dem Schwarm zu nah, wird er sogar körperlich in Bedrängnis gebracht. Die größten Schwärme sind in Rom und in anderen Überwinterungsgebieten zu beobachten, berichtet der Nabu.

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