Neuer Unterricht und mehr Schüler: In der jüngsten Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses des Gemeinderates standen im Hilzinger Rathaus schulische Themen im Mittelpunkt. Ein Schwerpunktthema war die geplante Einrichtung von zwei Vorbereitungsklassen (VKL-Klassen) an der Peter-Thumb-Schule in Hilzingen.

Ziel der VKL-Klassen ist es, Kindern und Jugendlichen mit nichtdeutscher Herkunftssprache und geringen Deutschkenntnissen die deutsche Sprache soweit nahezubringen, dass diese dem Regelunterricht folgen und in die normalen Klassenverbünde aufgenommen werden können.

Singen bittet um Hilfe

In einem Schreiben von Ende Februar bittet die Singener Bürgermeisterin Ute Seifried die Gemeinde Hilzingen um Unterstützung der Singener Schulen, da deren Kapazitäten bezüglich der VKL-Klassen erschöpft seien. Stark sei der Zuzug auch aus Ländern der EU, wobei die Kinder unter anderem aus Spanien, Bulgarien, Serbien, Italien und sogar vom fünften Kontinent, nämlich aus Australien, stammten, wie die Bürgermeisterin präzisiert.

Insgesamt handelt es sich um vierzehn grundschulpflichtige Kinder und sieben Schüler der Sekundarstufe I aus der Hohentwielstadt, erklärte Martin Trinkner, Schulleiter der Peter-Thumb-Schule in Hilzingen.

Auch Hilzinger Flüchtlingskinder könnten profitieren

Trinkner sieht seine Schule in der Lage, zwei VKL-Klassen einzurichten: "Wo ein Wille ist, da gibt es auch einen Weg." Als zusätzliche Räumlichkeiten schlug der Schulleiter den Musiksaal und das alte Lehrerzimmer vor, die noch entsprechend hergerichtet werden müssten. Auch eine Lehrerin stünde zum Unterricht bereit.

Die Gemeindevertreter, die vorher die Räume besichtigt hatten, stehen dem Ansinnen aus Singen grundsätzlich positiv gegenüber, wiesen aber auch darauf hin, dass Detailfragen wie zum Beispiel die Finanzierung und die Betreuung noch geklärt werden müssten. Aus Reihen des Ausschusses wurde auch angeregt, die VKL-Klassen mit Kindern von Flüchtlingsfamilien aufzustocken, die in Hilzingen wohnen.

In Riedheim verdoppelt sich die Zahl der ABC-Schützen

Beim zweiten großen Thema ging es um die Beratung zur weiteren Vorgehensweise zur Entwicklung des Schulstandorts Riedheim. Auch hier hatten sich die Hilzinger Ausschussmitglieder vor Ort, nämlich an der Eduard-Presser-Grundschule, ein Bild von den Räumlichkeiten gemacht.

Schulleiterin Karin Aden-Zinser steht im kommenden Schuljahr vor der großen Herausforderung, dass sich die Zahl der Erstklässler in Riedheim verdoppeln wird, nämlich von aktuell sechzehn auf zweiunddreißig. Eine Lehrkraft habe sie schon gewinnen können, wie sie im Rathaus erklärte, doch müssten bis September ergänzende Räumlichkeiten für Unterricht und Betreuung zur Verfügung stehen und entsprechend hergerichtet sein.

Container sollen nicht die Lösung sein

Modulare Lösungen, wie etwa Container, wurden in der Ausschussrunde schnell verworfen. Favorisiert wurde schließlich die Alternative, die beiden ehemaligen Lehrerwohnungen im Schulgebäude herzurichten, wobei eine bislang als Lager benutzt wurde. In der anderen Lehrerwohnung befindet sich derzeit noch die Bücherei, die dazu ausgelagert werden müsste. Der Ausschuss versprach zudem, für dieses Vorhaben zusätzlich Gelder locker zu machen.