Andrea Jäckle ist in Hilzingen eine Institution, sowohl als Organistin sowie als Musiklehrerin. Denn sie leitet die Kinderchöre und den Jugendchor der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde in Hilzingen, die sie auch ins Leben gerufen hat. Darüber hinaus stellt sie gemeinsam mit dem Bezirkskantor Georg Koch das Programm des Hilzinger Barocksommers zusammen. Dieses Mal oblag es Andrea Jäckle selbst, die Pfeifen der neuen Thomas-Orgel zum Klingen zu bringen, die in das denkmalgeschützte Orgelgehäuse eingebaut ist. Das gelang der virtuosen Organistin eindrucksvoll.

Felix Thiedemann entlockt typisch warme Töne

Unterstützung erfuhr sie durch Felix Thiedemann am Violoncello, der die Zuhörer mit Hilfe seines Streichinstrument mit der typischen warmen Klangfarbe in seinen Bann zog. Für sein beeindruckendes Solo der Suite Nr. 1 in G-Dur von Johann Sebastian Bach verließ er seinen Platz auf der Empore und begab sich vor den Altar. Dort konnten die Besucher der Barockkirche Peter und Paul den Künstler bei seiner virtuosen Arbeit nicht nur hören, sondern auch vor sich sehen. Beim selben Komponisten glänzte auch Andrea Jäckle an der Orgel.

Künstler spielen beeindruckend zusammen

Beim „Pièce dOrgue“ verlangte Bach dem Musiker eine hohe technische Fähigkeiten ab, denn das Stück legt in atemberaubender Geschwindigkeit los. Dabei fliegen die Finger der Organistin nur so über die Tasten, bis sich schließlich die Melodie in schönen, getragenen Harmonien auflöst. Beeindruckend war auch das Zusammenspiel der beiden Künstler – sowohl bei klassischen Stücken, wie etwa bei der Sonate in B-Dur von Antonio Vivaldi, als auch bei der modernen Orgelmusik, wie der Sonate von Günther Raphael. Die beiden überzeugten auch beim minimalistischen, meditativen Stück „Spiegel im Spiegel“ von Arvo Pärt. Dafür spendete das Publikum schließlich einen lang anhaltenden Applaus.

Der diesjährige Barocksommer erklingt wieder am Sonntag, 23. Juni, um 19 Uhr mit Bezirkskantor Georg Koch an der Ortel unter dem Motto „Thema und Variation“.