Kurz nach der Wiedervereinigung begann die freundschaftliche Beziehung zwischen Hilzingen und der sächsischen Gemeinde Stolpen. Jetzt gibt es im Neubaugebiet Steppbachwiesle II auch einen Stolpener Weg. Der Startschuss für die ost-westdeutsche Freundschaft fiel 1991 mit dem Arbeitsbeginn von Uwe Steglich im Hilzinger Rathaus.

Der spätere Bürgermeister von Stolpen machte im Rathaus bis 1994 seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Er habe dort nicht nur im verwaltungstechnischen Bereich , sondern auch auf politischer Ebene viel mitgenommen, erklärte Steglich bei der kleinen Feier anlässlich der Straßentaufe. „Das Rüstzeug, um seine Gemeinde in die Zukunft zu führen“, so Hilzingens Bürgermeister Rupert Metzler, beeindruckt von dem, was er in Stolpen gesehen hat.

Steglich drückte ganz explizit seine Dankbarkeit gegenüber Hilzingens damaligem Ortsoberhaupt Franz Moser aus, der ihm die Ausbildungsstelle organisiert hatte. „Das hat uns in Stolpen weitergeholfen“. Was die beiden Gemeinden verbinde, sei eine über Jahrzehnte hin gelebte Freundschaft, so Metzler.

Die Bemühungen um die Schulpartnerschaft der Hilzinger Hauptschule und ihrem Pendant in Stolpen habe vom einstigen Bundespräsidenten Roman Herzog eine handschriftliche Belobigung erfahren, erzählte Egon Schmieder, damals Lehrer und Initiator der Schul-Partnerschaft.

Zahlreiche persönliche Beziehungen seien in dieser Zeit entstanden, das ziehe ihn auch immer wieder nach Hilzingen, so Steglich, der fast zu jeder Kirchweih anreist. Das gehe heute auch etwas besser als damals. Auf den Heimfahrten zur Familie habe er 120 000 Kilometer „geschrubbt“, erzählt der Stolpener – und erinnert sich amüsiert an die anfänglichen sprachlichen Schwierigkeiten auf beiden Seiten: „Schon fast Schwiizer Düütsch in Schlatt am Randen, und ich mit meinem Sächsisch. Keiner hat den anderen verstanden.“