Hilzingen Hilzingen erhält ein Gymnasium

Die Oberstufe an der Christlichen Schule wurde genehmigt. Nächstes Jahr soll der Schulanbau kommen.

Es ist der Schrecken der beruflichen Schulen im Land: die gymnasiale Oberstufe an den Gemeinschaftsschulen. "Diese neue Konkurrenz bereitet uns Sorgen", erläuterte Berufschullehrerin Heike Kornmayer dieser Tage bei der Bildungsdiskussion mit CDU-Landespolitikerin Sabine Kurtz im Singener MAC-Museum. Dabei muss man diese Konkurrenz mit der Lupe suchen. Landesweit haben gerade einmal drei Gemeinschaftsschulen der insgesamt über 40 Starterschulen die Genehmigung erhalten, ab dem kommenden Schuljahr eine gymnasiale Oberstufe einzurichten.

"Eine davon sind wir", freut sich Schulleiterin Siglinde Unger von der Christlichen Schule im Hegau. Als Konkurrenz zu den beruflichen Schulen will sie das nicht sehen – vielmehr als Ergänzung. Die Oberstufe an der Gemeinschaftsschule orientiere sich an den Lerninhalten allgemeinbildender Gymnasien. "Aber wir haben ein Jahr mehr Zeit", erklärt Ungers Stellvertreterin Johanna Schorre, dass der Weg zum Abitur wie bei den beruflichen Gymnasien über neun Jahre geht. "Wir haben ein Jahr Zeit, um unsere Schüler zu Selbstständigkeit und Studierfähigkeit hinzuführen", sieht Schorre die Vorteile des sogenannten G9. Ganz anders sei aber auch das Unterrichtsmodell, das viel stärker auf die eigene Lernverantwortung der Schüler abzielt. An der Hilzinger Schule in privater Trägerschaft bereiten sich deshalb nicht nur Schüler und Lehrer bereits auf die neue Herausforderung vor, sondern auch das Architektenteam, das die Schulerweiterung planen muss. "Wir sind schon ganz gespannt auf den Anbau", berichtet Schülersprecher Tim Hofert. Stolz macht ihn, dass die Schüler heute schon bei der künftigen Ausgestaltung mitreden können, und froh ist er, dass er seinen schulischen Weg an der Gemeinschaftsschule fortsetzen kann. "Das Lernkonzept passt gut zu mir", erklärt er. Seine schulischen Leistungen unterstreichen dies.

Rund 250 Schüler haben bereits seit 2009 ihren Abschluss an der Hilzinger Schule gemacht. "Und viele davon haben dann auch den Weg zum Abitur eingeschlagen", betont Schulleiterin Siglinde Unger. Rund ein Drittel, so schätzt sie. Das gelte auch für den aktuellen Jahrgang. Von 20 Schülern in der Abschlussklasse arbeiten acht im erweiterten Niveau, das zum Besuch der Oberstufe berechtigt. "Diese Schüler lernen schon jetzt eine zweite Fremdsprache", so Unger. Von Vorteil sei, dass bereits heute der Anteil an Gymnasiallehrern an der Privatschule höher sei, als an anderen Gemeinschaftsschulen.

Rund 1,8 Mio. Euro werden im kommenden Jahr für den notwendigen Anbau investiert. Neben der Lernlandschaft für die Oberstufenschüler soll der Anbau auch Platz für Gemeinschafts- und Musikräume bieten. Dass etwa ein Drittel der Kosten öffentlich gefördert werden dürfte, erklärt Unger. Zuversichtlich stimmt sie, dass mittlerweile die Förderbewilligung des bereits abgeschlossenen, ersten Bauabschnitts vorliegt.

 

Der Weg zum Abitur

Im Schuljahr 2018/2019 sollen die ersten Oberstufen eingerichtet werden. Die Genehmigung dafür haben bislang neben der Christlichen Schule die Gemeinschaftsschule West in Tübingen und die Gebhardschule in Konstanz erhalten. Gemeinschaftsschüler können in neun Jahren das Abitur ablegen – entweder in dem sie nach der 10. Klasse bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen auf ein allgemeinbildendes Gymnasium, ein berufliches Gymnasium oder jetzt auch zur Oberstufe einer Gemeinschaftsschule wechseln. (bie)

 

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