„Ich bin überwältigt von der großen Besucherzahl und ich denke, ich habe mein Ziel, den Verbraucher anzusprechen, erreicht“, war das Resümee von Christian Weiß, dem Eigentümer des Grenzhofes. Der Grenzhof hatte aus Anlass seines 50-jährigen Bestehens zum Tag des offenen Hofes eingeladen. Die Aktion gehörte zur Reihe „Gläserne Produktion“, eine landesweite Veranstaltungsreihe von landwirtschaftlichen Betrieben.

Mehr als 1000 Besucher besuchten den Grenzhof, nicht nur aus dem Kreis Konstanz, wie die Kennzeichen der Autos verrieten. Mit dabei waren auch viele Radfahrer und Wanderer. So waren die beiden Riedheimer Vereine, der Fanfarenzug Castellaner und der Kirchenchor, bei der Bewirtung den ganzen Tag über sehr gefordert. Die Sitzplätze in der zur Festscheune umfunktionierten Bergehalle für Stroh und Heu und im Freien waren ständig belegt.

Die Bergehalle war zur Festscheune umfunktioniert und die Sitzplätze während des ganzen Nachmittags belegt. Dabei dehnte der MV Schlatt a.R. sein Frühschoppenkonzert in den Nachmittag hinein aus.
Die Bergehalle war zur Festscheune umfunktioniert und die Sitzplätze während des ganzen Nachmittags belegt. Dabei dehnte der MV Schlatt a.R. sein Frühschoppenkonzert in den Nachmittag hinein aus.

Unterhaltung bot der Musikverein Schlatt a.R. mit einem bis in die Nachmittagsstunden verlängerten Frühschoppen. Bei seinem Grußwort betonte Bürgermeister Metzler die gute Zusammenarbeit der Gemeinde mit den Landwirten auf der Gemarkung, zollte den Familien, die in den 60er Jahren mit der Aussiedlung den Mut für einen Neuanfang hatten, Dank und Respekt und ergänzte: „Die heutigen Landwirte gilt es zu loben für ihre vielfältige Arbeit. Sie erzeugen nicht nur hochwertige Lebensmittel, sondern pflegen auch die Landschaft und produzieren Energie.“

„Der Öffentlichkeit zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert“

Dank gab es für die Familie Weiß von Markus Porm vom Landwirtschaftsamt für die Teilnahme an der Gläsernen Produktion. „Es ist nicht selbstverständlich, dass man die Tore öffnet, aber gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert.“

Dies bekräftige auch Peter Graf, Vizepräsident des Badisch-Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV): „Da die Landwirt-schaft oft in der Kritik steht, ist es mehr denn je notwendig, dass Produzenten und Verbraucher in Kontakt kommen.“ Und dieser Kontakt wurde von Christian Weiß bei mehreren Hofführungen hergestellt.

Großes Interesse an der Tierhaltung

Er führte die Besucher vom Schweinekindergarten mit den Ferkeln zum Schweine-Maststall, zur Maschinenhalle, vom Jungviehstall zum Boxen-Laufstall mit Laufhof und zum Melkstand. Dabei erfuhren die Besucher Details über die Tierhaltung auf dem Grenzhof.

„Ich bin gekommen, um zu hören und zu sehen, wie die Tiere gehalten werden“, sagte Besucher Patrick Merkle aus Tengen. Weiß hob bei seinen Führungen hervor, dass über 59 Prozent Fleischanteil bei der Klassifizierung seiner Schweine sehr gut sei und durchschnittlich 8300 Liter Milch pro Jahr pro Kuh ein ausreichendes Leistungspotential darstellten. „Die Arbeitsabläufe zu optimieren, um Zeit zu sparen, ist mein ständiges Ziel“, erklärte Weiß.

Viele Berufskollegen waren gekommen, so auch Manuel Endres, Landwirt aus Owingen-Taisersdorf: „Ich möchte sehen, wie es andere machen.“ Christa Ehinger aus Singen ist auf einem kleinen Hof im Klettgau aufgewachsen und wollte sich den Grenzhof ebenfalls einmal näher ansehen.