Hilzingen – Als die Christliche Schule (CS) im Hegau 2012 die Genehmigung als Gemeinschaftsschule erhielt – als einzige Schule mit freier Trägerschaft im Land übrigens – beinhaltete diese auch die Sekundarstufe II, die gymnasiale Oberstufe. Aus den damaligen Schülern der fünften Klassenstufe sind nun Zehntklässler geworden. 20 Schüler werden in Kürze ihren mittleren Schulabschluss in der Tasche haben und streben das Abitur an. So startet nun mit dem neuen Schuljahr an der CS die gymnasiale Oberstufe. Die evangelische Konfessionsschule ist dann die einzige Gemeinschaftsschule in freier Trägerschaft in Baden-Württemberg, an der die Hochschulreife erworben werden kann. Räumlich richtet sich die Bildungseinrichtung darauf mit einem einstöckigen Erweiterungsbau ein. Der Spatenstich hat am Freitag stattgefunden, die ersten Bagger rollen in dieser Woche an.

Weitere zwei Millionen Euro an Investitionen

Nach den 8,3 Millionen Euro für das Hauptgebäude, das vor gut drei Jahren bezogen wurde, werden in den Schulanbau mit knapp 500 Quadratmetern weitere zwei Millionen Euro investiert. Hier entstehen neben der 300 Quadratmeter großen Lernlandschaft für die Oberstufe auch ein Musik- und ein Kunstraum, ein weiterer Gruppenraum und ein Dachgarten. Damit ist dann Platz für 315 Schüler.

Der Raum als Pädagoge

Nicht nur funktionell soll der Anbau sein, sondern auch optisch ansprechend. Denn, so die Schulleiterin Siglinde Unger während des kleinen Festakts anlässlich der Spatenstichs: "Der Raum ist Pädagoge." Wie müsse das Gebäude aussehen, damit sich hier die Begabungen und Talente entfalten können, sei die entscheidende Fragestellung gewesen, der man gemeinsam mit dem Architekten Andreas Buchner vom Planungsbüro f 64 – Architekten in Kempten nachgegangen sei, so Unger. Buchner – damals für das Alpstein Architekturbüro in Immenstadt tätig – hat auch das Hauptgebäude entworfen.

Oberstufe als Meilenstein für die Entwicklung der Schule

Manchmal habe sie sich zwar in den Turbulenzen der vergangenen Jahre gefragt, warum sie es sich angetan habe, auch noch die gymnasiale Oberstufe zu beantragen, sagte Siglinde Unger rückblickend. Jetzt sei sie aber unendlich dankbar, "dass wir es bis hierher geschafft haben und mit Mut in die Zukunft blicken können." Die Gemeinschaftsschule brauche auch in dieser Beziehung den Paradigmenwechsel: Es wäre schade, wenn es an ihr keine gymnasiale Oberstufe gäbe.

Schüler gestalten die Erweiterung aktiv mit

Nicht nur für die Lehrer, auch für die zukünftigen Oberstufenschüler hatte Unger kleine Bausteine aus Holz mitgebracht. "Es ist schön, mit euch gemeinsam die Schule bauen zu dürfen." Das sahen die jungen Leute ebenso. Schülersprecher Tim Hofert freute sich, in gewisser Weise mit seinen Mitschülern die Standards für das Abitur an der Einrichtung setzen zu können. "Das wird eine coole Zeit", sagte er überzeugt.

Richtig stolz auf die Bildungseinrichtung war Bürgermeister Rupert Metzler. Hilzingen werde es wohl kein zweites Mal erleben, dass hier der Grundstein für eine gymnasiale Oberstufe gelegt werde, so das Gemeindeoberhaupt.