Recht zufriedene Gesichter sah man am Ende der Ratssitzung in den Zuhörerreihen. Es handelte sich bei den anwesenden Bürgern vorwiegend um Eltern von Kleinkindern, denn der Haupttagesordnungspunkt war das weitere Vorgehen in Bezug auf einen Neubau des katholischen Kindergartens St. Mauritius in Weiterdingen. Und das Vorgehen sieht nun folgendermaßen aus: Es wird auf Basis der Entwurfsplanung des Architekturbüros Martin Frei, Radolfzell, einen Neubau am jetzigen Standort geben.

Das zukünftige neue Gebäude wird nicht nur die Räumlichkeiten für den Betrieb von zwei Gruppen vorhalten, sondern auch mehrfach nutzbare Räume haben für ein Gemeindezentrum und für Veranstaltungen vieler Art. Die nur schwerlich noch sanierungsfähige Pfarrscheune, die bislang für derartige Zwecke diente, wird für das neue Gebäude abgerissen. Wenn‘s glücklich läuft, kann im Frühherbst 2022 Einweihung gefeiert werden.

Neubau soll 3,5 Millionen Euro kosten

Bauherr, Träger und Betreiber ist die katholische Kirche, beziehungsweise die Kirchengemeinde St. Mauritius. Finanziert wird der Neubau zum größten Teil allerdings durch die politische Gemeinde Hilzingen, zu deren Pflichtaufgaben die Kinderbetreuung zählt. Mit rund 3,5 Millionen Euro Kosten wird gerechnet – ein Betrag, der den Gemeinderäten bei den dazu seit vier Jahren geführten Diskussionen immer wieder den Schweiß auf die Stirne trieb. Nun ist aber mit einer Enthaltung die Entscheidung dafür gefallen.

Erzdiözese übernimmt zehn Prozent

Wie Pfarrer Thorsten Gompper darlegte, werde die Kirchengemeinde das Grundstück einbringen. Das Ordinariat der Erzdiözese will für die Kindergartenräume zehn Prozent zu den Baukosten beitragen. Bei den Mehrzweckräumen wird es mehr werden: Zwanzig Prozent seien aktuell bei derartigen Projekten die Regel, so der Pfarrer.

Kurz andiskutiert wurde eine Deckelung des Beitrags der Gemeinde Hilzingen auf drei Millionen Euro. Darauf werde sich Freiburg nicht einlassen, wusste Pfarrer Gompper aus den vorausgegangenen Gesprächen mit dem Ordinariat. Er appellierte mit Erfolg auf ein gegenseitiges Vertrauen. Man könne davon ausgehen, dass die kirchliche Seite als Bauherr äußerst bemüht sein werde, den Kostenrahmen einzuhalten.

Architekt sieht Kostenrahmen kritisch

Eine Zusicherung, die Planer Frei nicht wirklich froh machte: Das werde schwierig genug, so der Architekt. Die Kostenschätzung sei zu Beginn der Verhandlungen vor vier Jahren erfolgt. Zwischenzeitlich seien die Baukosten um zwanzig Prozent angestiegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Um die Interessen der Gemeinde wahrzunehmen, wird ein Vertreter der Gemeindeverwaltung bei den Baubesprechungen beratend mit am Tisch sitzen. Ferner sah Gompper kein Problem darin, dass die Kirche dem Gemeinderat kontinuierlich über den Baufortschritt und die Kostenentwicklung berichten wird. Wie die öffentliche Nutzung der Mehrzweckräume geregelt wird, wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.