In wenigen Tagen wird der bei den Kommunalwahlen im Mai neugewählte Gemeinderat im Rahmen seiner ersten Sitzung verpflichtet. Am vergangenen Dienstag trat der bisherige Hilzinger Gemeinderat zum letzten Mal zusammen. Elf seiner Mitglieder scheiden aus. Bis auf Marianne Guthoff – als Nachrückerin auf der Ratsbank das an Amtsjahren jüngste scheidende Ratsmitglied – hatte sich keiner von ihnen mehr zur Wahl gestellt.

560 Sitzungsstunden in fünf Jahren

Karl Schwegler und Holger Graf gehörten fünf Jahre zum Rat, Martin Jordan, Rainer Guggemoos und Andreas Wieser zehn Jahre. Heiner Mohr war fünfzehn Jahre Gremiumsmitglied, Alfons Zipperer und Doris Buhl ebenfalls – und darüber hinaus waren sie auch noch 20 beziehungsweise 25 Jahre lang Ortschaftsräte. Thomas Hägele war 20 Jahre lang im Rat. Martin Schneble, zweiter stellvertretender Bürgermeister während 13 Jahren und die letzten beiden Jahre dann erster stellvertretender Bürgermeister, war ebenfalls zwanzig Jahre Gemeinderat.

Es sei viel geleistet worden, so das Fazit von Bürgermeister Rupert Metzler über die zurückliegenden fünf Mandatsjahre. Insgesamt tagte der Rat in dieser Zeit mehr als siebzig Mal. Die Ausschussmitglieder traten 93 Mal zusammen. Dabei wurden 560 Stunden lang 2300 Tagesordnungspunkte abgearbeitet.

Bürgermeister würdigt das Engagement

Die Anerkennung des Ortsoberhauptes galt auch den Ortschaftsräten. In beiden Gremien hätten sich die Mitglieder – und dies rein ehrenamtlich – enorm für die Gemeinde und die Gemeinschaft engagiert. „Jeder von Ihnen hat dafür großen Dank verdient“, so Metzlers Worte an die scheidenden Räte.

Ihr Engagement würdigte er im Namen der Gemeinde und des Gemeindetages Baden-Württemberg mit der Überreichung der jeweiligen Ehrungen des Gemeindetages – Urkunden, Ehrennadeln und Stelen – und den der Dauer der Zugehörigkeit zum Gremium entsprechenden Wappenscheiben der Gemeinde Hilzingen.

„Viel Zeit und auch Nerven gekostet“

Den riesigen Umfang der ehrenamtlichen Leistungen betonte auch Martin Schneble während seiner Dankesworte an Bürgermeister und Verwaltung – zum letzten Mal in seiner Funktion als Bürgermeister-Stellvertreter.

Er nutzte die Ehrung aber auch, um mit nachdenklichen Worten auf die äußerst angespannte Situation zwischen dem Gemeinderat und dem Bürgermeister einzugehen. „Die letzten fünf Jahre haben uns viel Zeit und auch Nerven gekostet“, sagte er. „Ganz gleich, an wem das gelegen hat.“

Wechsel ist Zeichen gelebter Demokratie

Das Klima habe sich verändert. Vielleicht sei in der Gesellschaft und im Gemeinderat mittlerweile eine andere Diskussionskultur entstanden. Vielleicht sei aber auch das Gremium nicht mehr so entscheidungsfreudig. Beides sollte sich wieder ändern, so Schnebles Wunsch für die Zukunft. Er wies darauf hin, dass mehr als die Hälfte der Mitglieder des künftigen Gemeinderats neu gewählt seien. Er persönlich finde den Wechsel gut. Das bringe nicht nur neue Ideen, das sei auch ein Zeichen gelebter Demokratie.