Die Duchtlinger haben es mal wieder geschafft: "Es darf gefeiert werden", war das Motto zum Jubiläum der Narrengruppe Bodensprenger am Wochenende. Im ganzen Ort wimmelte es von Narren und närrischen Zuschauern. Schon zum Nachtumzug als Auftakt am Freitagabend gaben sich die Hästräger ein Stelldichein, bei herrlichstem Frühlingswetter zog gestern der farbenprächtige Jubiläumsumzug mit knapp 2000 Teilnehmern und noch viel mehr Zuschauern durch den Ort.

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Der kleine Hilzinger Ortsteil schien fast aus den Nähten zu platzen. Narrenpräsident Günter Tschacher stand an einer Wegkreuzung und rief: "Ab 17 da hoch", wies er den 32 Gruppen den Weg zur Aufstellung.

Bei schönstem Sonnenschein genossen unzählige Zuschauer den großen Festumzug.
Bei schönstem Sonnenschein genossen unzählige Zuschauer den großen Festumzug. | Bild: Christel Rossner

Schon vor dem Umzug drängten sich die Zuschauer an den Straßenrändern, bestens gestimmt und meist närrisch verkleidet. Diesmal feierten die Bodensprenger ein rundes Jubiläum, aber auch das 33- und 44-jährige Bestehen wurden gefeiert. "Die Duchtlinger sind die Festdatschi der Gemeinde", sah Reiner Hespeler beim Zunftmeisterempfang den nächsten Festtermin in fünf Jahren schon als gebongt.

Die Quellwasserzunft aus Aach treibt Schabernack mit dem Narrensamen.
Die Quellwasserzunft aus Aach treibt Schabernack mit dem Narrensamen. | Bild: Christel Rossner

Ein großes Lob richtete er als Chef der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee an den Präsidenten der Bodensprenger: "Ohne Günter Tschacher geht hier gar nichts." Der habe das Amt 1992 von Kuno Graf übernommen und sei bis heute Präsident. Die Bodensprenger, die sich ihren Namen nach einer Kartoffelsorte gaben, würden auch zeigen, dass man aus alten Hördöpfeln noch was machen könne. Hespeler konnte es sich aber nicht verkneifen, das alte Sprichwort von den dümmsten Bauern mit den dicksten Kartoffeln aufzutischen. Sein Lob und Dank galt Bürgermeister Rupert Metzler, der die zahlreichen Gäste, Vertreter der Zünfte und Gemeinderäte beim Zunftmeisterempfang begrüßt hatte. "Als Schirmherr hat er einen ausgezeichneten Job gemacht", ließ Hespeler den Ortschef aber nicht ungeschoren: "Wir müssen ihn loben, er kann es brauchen."

Kräftig in die Pedale getreten haben die Gratulanten der Rolli-Zunft aus Welschingen anlässlich des Fests zum 50-jährigen Bestehen der Duchtlinger Bodensprenger.
Kräftig in die Pedale getreten haben die Gratulanten der Rolli-Zunft aus Welschingen anlässlich des Fests zum 50-jährigen Bestehen der Duchtlinger Bodensprenger. | Bild: Christel Rossner

Metzler wiederum lobte die Duchtlinger, die es immer wieder schaffen, ein Fest dieser Größe auf die Beine zu stellen. Die Unterstützung von zahlreichen Vereinen spreche für den guten Zusammenhalt in der Gemeinde.

Heimat für den Poppele

Ein besonderer Gruß galt Stephan Glunk als Zunftmeister der Poppele, der zum Empfang den leibhaftigen Poppele mitgebracht hatte. Metzler und Glunk sind da einer Meinung – der Poppele sei nur ausgeliehen, denn er hauste einst ja auf dem Krähen – und der liegt auf Hilzinger Gemarkung.

"Die zwölf Gründer sind Schuld an dem Theater."Narrenpräsident Günter Tschacher zum Jubiläum 50 Jahre nach Vereinsgründung
"Die zwölf Gründer sind Schuld an dem Theater."Narrenpräsident Günter Tschacher zum Jubiläum 50 Jahre nach Vereinsgründung | Bild: Christel Rossner

Aber Präsident Günter Tschacher sieht die Sache mit dem Poppele gelassen und meinte: "Wir teilen ihn mit der Metropole in Singen." Ebenso nahm er das Jubiläum mit Humor: "Die zwölf Gründer sind Schuld an dem Theater." 50 Jahre später zählt der Verein heute 130 Zunftmitglieder und auf die Einwohnerzahl bezogen, sei jeder fünfte Duchtlinger aktiv dabei. Und viele in der dritten Generation. Großes Lob galt nicht zuletzt dem Hilzinger Pfarrer Thorsten Gompper, der beim Festgottesdienst eine tiefgründige Messe in Reimform gehalten hat.

Keine Nachwuchssorgen hat die Narrenzunft Holzklätzle aus Zimmerholz.
Keine Nachwuchssorgen hat die Narrenzunft Holzklätzle aus Zimmerholz. | Bild: Christel Rossner
Auch die Garde der Watterdinger Biberjohli genoss die wärmenden Sonnenstrahlen.
Auch die Garde der Watterdinger Biberjohli genoss die wärmenden Sonnenstrahlen. | Bild: Christel Rossner