Mit einem ganz großen Bahnhof wurde Alt-Bürgermeister Franz Moser vor sieben Jahren aus dem Amt verabschiedet. 650 Freunde und Wegbegleiter kamen damals, um den Kommunalpolitiker – mit dem laut Festredner Guido Wolf ganz besonderen „Bürgermeister-Gen“ – ihre Wertschätzung auszudrücken. So mancher von ihnen fand sich jetzt wieder ein, um Moser zu seinem 75. Geburtstag zu gratulieren. Gefeiert wurde in privater Runde.

Leicht ist für Moser der Rückzug aus Politik und Verwaltung nicht gewesen. Von einem Wechselbad der Gefühle sprach er bei seiner bewegenden Verabschiedung. Freude an seinem Ruhestand hat er dann aber schnell gefunden. Besonders genießt er gemeinsam mit Gattin Inge, dass er weder frühe Termine am Morgen noch die vielen Abendtermine eines Bürgermeisters wahrnehmen muss. Aber ein Ruhestand im klassischen Sinn ist sein Ruhestand natürlich nicht geworden.

Hilfsprojekt in Moldawien

Als erstes nahm Moser ein Hilfsprojekt in Moldawien in Angriff. Einem seiner Söhne gehört der dortige einzige Seehafen, und er sanierte die Krankenstation vor Ort. Ausgestattet wurde sie dann durch Vermittlung Mosers durch den DRK-Kreisverband Konstanz mit gebrauchsfähigen gebrauchten Gegenständen. Eingeweiht wurde die Station vom damaligen Botschafter der BRD in Moldawien, Nikolas Graf Lambsdorff. Anwesend war auch der heutige Ex-Landrat Frank Hämmerle. Dem DRK- Kreisverband steht Moser übrigens bis in Kürze als stellvertretender Vorsitzender zur Verfügung.

Weiter wahrgenommen hat Moser auch sein Amt als Vorsitzender der Jugendmusikschule Westlicher Hegau. Dort, so sein Versprechen, will er sich zumindest so lange einbringen, bis die neue Schulleitung gefunden ist – die Leiterin Ulrike Brachat geht zum Jahresende in Pension.

Jubilar ist auch ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Konstanz

Ein weiteres Ehrenamt führt Moser mehrmals jährlich in die Ferne. Auf Anfrage des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit ist er in Griechenland als Berater für Kommunen tätig. Im Augenblick beschäftigt ihn insbesondere ein Projekt, das jungen griechischen Agraringenieuren Praktika im Hegau und am Bodensee ermöglicht. Freude macht dem Altbürgermeister weiterhin seine Funktion als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Konstanz. Und ab und zu vertritt er auch noch offiziell Hilzingen. So zuletzt Pfingsten bei der erneuten Amtseinführung des Bürgermeisters von Lizzano in Belvedere Sergio Polmonari. Diese von Moser initiierte Städtepartnerschaft liegt ihm immer noch sehr am Herzen.

Gesundheitlich geht es dem Alt-Bürgermeister sehr gut – auch wenn er scherzt, dass die Häuser, über die man in seinem Alter springe, halt nicht mehr so hoch seien. Man bevorzuge eher eingeschossige Flachbauten.