Was schon für das 20-jährige Bestehen der Feuerwehr Hilzingen im Jahr 1887 und fortan für alle Jubiläen galt, galt auch für den 150. Geburtstag der Hilfseinrichtung: Gefeiert werden diese Anlässe mit einem Festbankett. Und so trafen sich am Samstag 170 der rund 200 Aktiven der heute aus sechs Ortsteil-Einsatzabteilungen bestehenden Feuerwehr und 50 Alterskameraden, Ehrenkommandanten und Ehrenmitglieder mit ihren Begleitungen in der festlich dekorierten Hegau-Halle zum Gala-Abend. Als zukünftige Spitze der Kreisfeuerwehr feierte auch der künftige Kreisbrandmeister Carsten Sorg mit.

Ein Teil der Hilzinger Feuerwehr-Aktiven zeigte sich zwar in bester Feier-Laune, war aber sicherlich recht müde. 75 Feuerwehrmänner waren nämlich in der Freitagnacht kaum zum Schlafen gekommen. In Hilzingen hatte nach heftigen Gewittern fast der Ausnahmezustand geherrscht. Zahlreiche Keller standen unter Wasser, die Feuerwehr Hilzingen musste zu mehr als 30 Einsätzen ausrücken. Betroffen waren beispielsweise die Trottengasse und die Mägdebergstraße. Wenn man diese Nacht miterlebt habe, wisse man, was die Feuerwehrleute für Gemeinde und Gemeinschaft leisten, hob Bürgermeister Rupert Metzler in seiner Ansprache beeindruckt hervor. "Sie löschen, Sie retten, Sie bergen, Sie schützen – ehrenamtlich, unter Verzicht auf Freizeit und auch unter Einsatz des eigenen Lebens."

Die Gemeinde investiere aktuell viel Geld in ein neues Feuerwehrgerätehaus. Gemeinde und Gemeinderat würden sich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass die notwendige Ausstattung vorhanden sei, versprach das Gemeindeoberhaupt und stellte der Abteilungswehr Duchtlingen gleich ein neues Fahrzeug in Aussicht. "Ich habe gestern dort selbst den 36 Jahre alten Ford Transit TSF mit anschieben müssen."

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Andreas Egger bestätigte die Notwendigkeit, dass die Gemeinde hinter ihrer Feuerwehr zu stehen habe. "Die Freiwillige Feuerwehr lebt von den Menschen, die sich in ihr engagieren. Und von den Menschen, den Familien und Freunden, die dies akzeptieren." Aus dieser Einsicht ergebe sich die Forderung, das Ehrenamt in Hilzingen auch künftig zu fördern, um den Bestand der Wehr zu sichern. Jean-Pierre Müller unterstrich Eggers Ausführungen: "Mit diesen Worten kann ich mich voll identifizieren." Der Kommandant der Gesamtwehr stellte die auch für die Einsätze unabdingbare Kameradschaft in der Wehr in den Fokus seiner Rede: "Sie ist es, die uns verbindet – zu einem Haufen, in dem sich jeder auf den anderen verlassen kann."

Ihr Geburtstagsgeschenk wird die Feuerwehr Hilzingen erst verspätet bekommen. Müllers Wunschgedanke wäre es zwar gewesen, noch pünktlich im Jubiläumsjahr das neue Feuerwehrgerätehaus einweihen zu können. Die Abteilungen Hilzingen und Riedheim werden dort einziehen, und das DRK Hilzingen. Das 3,7 Millionen Euro teure Bauwerk wird aber erst Anfang 2018 fertig werden. Das Prunkstück können die Hilzinger im Juli 2018 allen anderen Kreiswehren präsentieren: Dann richtet die Feuerwehr Hilzingen den Kreisfeuerwehrtag aus.
 

Zahlen und Geschichte

  • Historie: 53 Männer bekundeten Ende 1866 ihr Interesse an der Gründung einer derartigen Hilfseinrichtung. 71 Hilzinger Männer bildeten im Januar 1867 die erste Mannschaft. Heute hat die aus sechs Einsatzwehren bestehende Feuerwehr Hilzingen gut 200 Aktive, die Abteilung Hilzingen 65. Die Anzahl der im Jahr 1867 aktiven Männer reichte aber im Ernstfall nicht aus. Man benötigte weitere Personen zum Pumpen, Wasserschöpfen, Wassertragen und für die Wachdienste. Schlussendlich hatte man 162 Feuerwehrleute. Bei einer Einwohnerzahl von 1323 Personen entsprach das 12 Prozent der Bevölkerung. Gemessen an den heutigen 8500 Einwohnern entspräche es einer Mannschaftsstärke von mehr als 1000 Mitgliedern.
  • Festschrift: Zum Kreisfeuerwehrtag 2018 erscheint eine Festschrift "150 Jahre Feuerwehr Hilzingen". Der stellvertretende Kommandant Markus Eder hat bereits Fakten zusammengetragen. Sie stammen aus dem Beitrag der Ortschronik des Altbürgermeisters und Feuerwehr-Ehrenmitglieds Hermann Keller.