Holger Graf möchte in diesem Jahr gerne besonders viele Gäste und Zuschauer zum kleinen Guggen-Treffen auf dem Schulhof und beim Fasnetsonntagsumzug begrüßen können. Es könnte nämlich sein, dass dieser Tag letztmalig in dieser Form gefeiert wird. Dies geht aus der Veranstaltungs-Ankündigung des langjährigen ehemaligen Chefs der Gülläpumpä-Bänd (GpB) im Gemeindeblatt hervor. Vordergründig eine klare Sache, die Hintergründe erläutert Graf: Denn die Hilzinger Guggenmusiker wollen sich kein weiteres Mal für eine Veranstaltung engagieren, die unter der Federführung des traditionsreichen Hilzinger Narrenvereins Pfiffikus organisiert wird. Sie werfen dem Hilzinger Narrenverein mangelnde Kooperationsbereitschaft und Organisationsschwächen vor, unter denen dann auch die Guggenmusik als Mitgestalter zu leiden habe.

Kernort-Vereine sind frustriert

So mancher Bürger und so manche Bürgerin war bei der Lektüre des Amtsblatts über die Ausführungen der Gülläpumpä-Bänd sicherlich überrascht. Sah es doch so aus, als sei nach der Beilegung der Querelen zwischen den aus dem Pfiffikus ausgetretenen Staufenholzern und dem Narrenverein, die in zwei konkurrierenden Narrenbäumen gipfelten, wieder Harmonie in die Hilzinger Fasnacht eingekehrt.

Die närrische Realität sieht anders aus: Tatsächlich sind die fasnettreibenden Vereine des Kernorts frustriert. Sie nehmen wahr, dass die Dorffasnet von Jahr zu Jahr ruhiger wird, und würden sich für deren Belebung gerne stärker und vielleicht auch anders engagieren als bisher. Dass der Hilzinger Narrenverein sich aus personellen Gründen wohl kaum stärker einbringen kann, sehen sie auch. Deshalb haben die Gülläpumpä-Bänd, die Staufenholzer und die Gugleshexen in mehreren Sitzungen im vergangenen Jahr den Pfiffikus-Narren ihre Unterstützung für eine Neuplanung der Fasnacht zugesichert.

So erklärt Holger Graf die Situation. Doch der Platzhirsch will nicht Platz machen. Der Narrenverein zeige sich kooperationsresistent, wolle alles in seiner Hand behalten, ohne den anderen Vereinen die Möglichkeit zur Mitsprache zu geben, beschreiben die kleinen Narrengruppen die Situation. Für Graf beispielsweise ist diese Haltung nicht nachvollziehbar. Schließlich sorge gerade die Gülläpumpä-Bänd mit ihren eigenen und Gastmusikern nicht nur bereits seit 2001 für buntes Treiben im Ortskern vor und nach dem sonntäglichen Umzug. Sie stelle darüber hinaus mit ihren Gästen auch viele Gruppen des Umzugs. "So kann es nicht weitergehen, wir werden uns etwas Eigenes einfallen lassen", lautet Holger Grafs Ultimatum.

Der Narrenverein Pfiffikus will sich bislang nicht zu den geschilderten Missstimmungen äußern. Auch für den SÜDKURIER gab es keine Stellungnahme zur Problematik.

Das Programm

Das bietet die Gülläpumpä-Bänd den Narren am Fasnetsonntag : ab 11 Uhr närrisches Treiben im Schulhof. Nach dem Fasnetsunntigumzug Auftritte der Gastmusiken auf der Guggenbühne. Dabei sind die Guggenmusiken Se Barzlis Bad Zurzach, Hexa Heuler Freudenstadt, FleggaZoddler Horb, Näcker Gamper Deißlingen, X-Plosiv Singen, Hudupfen Bänd Binningen, Kappegässler Gaienhofen, Bittelbrunner Glockästupfer und die Hexengruppe Schasse Deifl Schutterwald (drm)