Vieles bei der Entlassfeier der Absolventen der Christlichen Schule im Hegau (CSH) war anders als bei weltlichen Schulen, die ihre Schüler ins Berufsleben entlassen. Zum Beispiel sangen die Lehrer dieser in Hilzingen angesiedelten Gemeinschaftsschule gemeinsam das Lied „Der Herr segne dich“ für ihre Absolventen, und Dominc Spindler, der auch als Lehrer an der CSH arbeitet, erbat in einem Gebet Gottes Segen für die Zukunft die siebzehn Abgänger, wovon vier mit Hauptschulabschluss und dreizehn mit der Mittleren Reife die Schule verließen. Elf Schüler des Erweiterten Niveaus, die im kommenden Schuljahr in die Oberstufe kommen, feierten die Mittlere Reife als Zwischenetappe und ein weitere Schüler, Timotheus Körner, erreichte aufgrund seines guten Notendurchschnitts ebenfalls die Zugangsvoraussetzung zum Besuch der Oberstufe.

Für jeden der Absolventen eine Art Persönlichkeitsstudie

Schön bei dieser Abschlussfeier war, dass die betreuenden Lehrer auf jeden Schulabgänger bei der Zeugnisübergabe intensiv eingegangen sind, wobei nicht nur die Leistungen selbst eine Rolle spielten, sondern auch die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler im Laufe der letzten Jahre, sodass bei der Laudatio für jeden der Absolventen eine Art Persönlichkeitsstudie entwickelt wurde. Dieses wurde in heiterer, manchmal hintergründiger Art und Weise vor den versammelten Gästen offengelegt. Die Zeugnisübergabe mit Laudatio für die LELA 4 (Lernlandschaft) teilten sich die Lehrerinnen Anja König und Elisabeth Weinbach sowie Marc Breining und John Sjoen als verantwortliche Pädagogen der LELA 5. Schön war auch, dass die Zukunftspläne der Absolventen zur Sprache kamen. Einige haben schon jetzt eine Ausbildungsstelle ergattert.

Lustig wurde es, als Impressionen der letzten Jahre aus der Schulzeit der Absolventen in Form von Bildern und kurzen Videos gezeigt wurden. Etwas ernster waren die vielen Ansprachen, etwa die der Stellvertretenden Bürgermeisterin von Hilzingen, Ulrike Maus, die den Schülern Mut, Glauben, Kraft und Zuversicht wünschte, oder die des Elternbeirats Mario Berg, der ihnen zurief, dass alle Tore offen stünden, doch der Weg zum beruflichen Erfolg auch manchmal ein steiniger sei.

Dank an die Lehrerschaft

Angelina Fell, die stellvertretende Schülersprecherin, vergaß in ihrem Grußwort den Dank an die Lehrerschaft nicht, die mit Kraft, Ausdauer, Geduld, Geschick und Strenge zur Erreichung des ersten großen Etappenziels ihrer Schüler viel beigetragen hätten. Die Grußworte von Archibald Haverkamp vom Förderverein der Schule, waren gar politisch, als er an das Grundgesetz erinnerte, das die Gründerväter der Bundesrepublik vor 70 Jahren verabschiedet hätten. Das Grundgesetzt sei vor dem Hintergrund den leidvollen Erfahrungen der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft entstanden und so verfasst worden, dass das „Nie wieder!“ im Mittelpunkt stünde.

Schließlich stand bei der Ansprache der Schulleiterin Siglinde Unger wieder der Gottesbezug im Mittelpunkt: dass Gottes Licht auch dann den Schülern den Weg weise, wenn das Leben mal schwierig sei. Gott berate den Menschen und verliere ihn nie aus den Augen. Beeindruckende musikalische Darbietungen gab es auch, wie etwa das von Benjamin Körner gesungene „I can do anything“, das von Dietmar Kunz an der Gitarre und Kathrin Weber am Klavier begleitet wurde.