Gemächlich schiebt sich der Vollernter über den Acker, verteilt auf einem Laufband werden die Kartoffeln aus der aufgewühlten Erde nach oben befördert. Goldgelb rollen die ersten Frühkartoffeln über ein Gitter, an dessen Ende sie in den Sammelbehälter fallen. Auf der Plattform stehen Thomas Hägele und Hans Sauter, mit schnellen Handgriffen sortieren sie Steine und beschädigte Kartoffeln heraus.

Kartoffelanbau hat in Duchtlingen Tradition seit vielen Generationen, denn die Bodenbeschaffenheit lässt diese Frucht gut gedeihen. Und die Bürger haben gleich ein Fest daraus gemacht: Als "Erdäpfel" oder auch "Herdöpfel" bezeichnet, sind Kartoffeln bei den Duchtlingern "Hördöpfel". In diesem Jahr ist es wieder so weit, der Ort lädt zum zehnten Mal zum Hördöpfelfäscht.

Diese Feldfrüchte haben es in sich. "Der Boden hat viele Mineralien, die den Kartoffeln Geschmack geben. Aber er lässt sich durch Bestandteile wie Lehm und Ton schwer bearbeiten", sagt Jörg Hägele, der zusammen mit seinem Bruder Thomas den Hof führt. In der Regel seien Kartoffeln anspruchslos, es komme auf die Bearbeitung des Bodens und die Ernte an. Besonders empfindlich seien Frühkartoffeln, da die Schale noch nicht so fest ist.

Mitten in der Reihe stoppt Jörg Hägele den Traktor und entlädt die geernteten Kartoffeln in einen Frontlader. "Jetzt kommt eine andere Sorte, nicht jede Kartoffel mag jeden Boden", erklärt Thomas Hägele, dass auf einem Acker unterschiedliche Bodenstrukturen. auftreten. Bis jetzt sehe es mit der Ernte trotz wenig Regen gut aus. "Wenn das Kraut so weiterwächst und genügend Regen fällt, können wir mit einem durchschnittlichen Ertrag rechnen", sagt Jörg Hägele. Das Wachstum und der Zustand des Krauts sei für die Früchte entscheidend. Nach einem Hagelschlag haben Hägeles schon einen Totalausfall erlebt.

Die Duchtlinger verstehen sich nicht nur auf den Anbau – was sie aus dieser einfachen Knolle an vielfältigen Genüssen zaubern, können die Besucher am 9. September von 10 bis 18 Uhr beim "10. Hördöpfelfäscht" genießen.