Sie verkörperte die Jugendmusikschule Westlicher Hegau wie keine andere Person: Nun wurde die musikalische Direktorin und Leiterin der Jugendmusikschule Westlicher Hegau mit einem großen Programm, Glückwünschen, Geschenken, Danksagungen und einer besonderen Ehrung verabschiedet. Für die Musikschule ein entscheidender Einschnitt: Gut 36 Jahre stand Ulrike Brachat der Institution vor.

„Das ist schon etwas ganz Besonderes“, hob Heinrich Korthöber, Geschäftsstellenleiter des Landesverbands der Musikschulen, hervor. Er überbrachte im Namen des Verbands vielfachen Dank: für Brachats Tätigkeit als Musikpädagogin, Schulleiterin, Verwalterin und für ihr Engagement in der Amateurmusik.

Sie führte die Menschen an Musik heran

„Musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen fällt nicht vom Himmel. Dazu braucht es Menschen, die sie mit hoher Kompetenz, Empathie, Engagement und unendlicher Geduld an die Musik heranführen und sie für eine lebenslange Beschäftigung mit Musik begeistern. So jemand sind Sie!“, sagte Korthöber. Die Jugendmusikschule trage in erster Linie ihr Gesicht. „Sie haben auch Krisen und Anfangsschwierigkeiten gehabt, aber diese wurden gemeistert“, so der Laudator.

Die „Sonnenkäfer“ werden von den jüngsten Musikschülern vorgesungen- und getanzt.
Die „Sonnenkäfer“ werden von den jüngsten Musikschülern vorgesungen- und getanzt. | Bild: Holle Rauser

Korthöbers Dank galt auch den Gemeinden, Eltern, dem Kollegium und dem „engagierten Trägerverein mit einem umsichtigen, verantwortungsbewussten Vorsitzenden an der Spitze“, sagte er an Franz Moser gerichtet, Alt-Bürgermeister seit über 30 Jahren.

Entschlossen und kreativ: Das Kollegium verabschiedet sich stimmgewaltig und instrumental von der Schulleiterin – mit einem selbst gedichteten Lied.
Entschlossen und kreativ: Das Kollegium verabschiedet sich stimmgewaltig und instrumental von der Schulleiterin – mit einem selbst gedichteten Lied. | Bild: Holle Rauser

Basis der Schule sei das Vertrauen der Kooperationspartner gewesen: „Sie haben sich dieses Vertrauen erarbeitet: Mit Begeisterung, legendärer fachlicher Kompetenz und Empathie“, so Korthöber. „Vergessen Sie nicht, auch mal Dinge zu tun, für die Sie keine Zeit hatten. Ihr Engagement in den letzten Jahren reicht für Zwei.“

„Das war ihre Berufung“

Nach der Gründung der Jugendmusikschule 1980 sei Ulrike Brachat, damals noch Lehrkraft, aushilfsweise gebeten worden, die Leitung der Schule zu übernehmen, blickte Franz Moser, Vorsitzender des Fördervereins, zurück. „Sie sprühte voller Ideen, wie man diese Schule entwickeln könnte. Das war ihre Berufung, denn auf Grund ihrer hoch qualifizierten Studienabschlüsse wären ihr ganz andere Möglichkeiten geboten gewesen“, so Moser, der Brachat im Namen der Schule mit dem Titel „Ehrenmusikschuldirektorin“ auszeichnete.

Das Publikum, unter ihnen die Bürgermeister und Altbürgermeister der umliegenden Gemeinden und Ex-Landrat Frank Hämmerle, klatscht stehend Beifall.
Das Publikum, unter ihnen die Bürgermeister und Altbürgermeister der umliegenden Gemeinden und Ex-Landrat Frank Hämmerle, klatscht stehend Beifall. | Bild: Holle Rauser

Auch Ulrike Brachat selbst kehrte in ihrer Abschiedsrede zu den Anfängen zurück. Die Anfangsjahre waren bestimmt vom „Doppelleben“ als Musikschulleiterin und – lehrerin und Opernsängerin: „Denn ich brauchte Geld, ich wollte diese Schule mit Bruno Schnetz aufbauen, Instrumente mussten angeschafft werden.“

Im Kreis ihrer Familie: Tochter Eva und Ehemann Elmar mit der scheidenden Musikschuldirektorin Ulrike Brachat.
Im Kreis ihrer Familie: Tochter Eva und Ehemann Elmar mit der scheidenden Musikschuldirektorin Ulrike Brachat. | Bild: Holle Rauser

Abschließend regte Brachat an, die Musikschule zum Zweckverband zu machen: „Das würde vieles entlasten und wäre ein System, mit dem man in die Zukunft gehen kann“.