Die Begrüßung klingt wie eine Melodie: „I ni sogoma, i bissimila“ und heißt übersetzt: „Guten Morgen und herzlich willkommen.“ Es ist die Sprache Bambara, die Christine Sakowski im Dorf Dougourakoro in Mali in Westafrika gelernt hat.

Zweieinhalb Stunden vom nächsten Krankenhaus entfernt, mitten im Busch, wie sie sagt. Dort hat der Verein „Ka Mali deme – Helft Mali„ eine Kranken- und Entbindungsstation für die medizinische Grundversorgung aufgebaut und unterstützt den Bau einer Schule.

Menschen standen Schlange

Vor Gründung des Vereins im Jahre 2003 arbeitete Christine Sakowski neun Jahre als Missionskrankenschwester und ahnte nicht, dass damit eine Lebensaufgabe auf sie zukam. Und die begann während dieser Tätigkeit in den 1990er Jahren unter einem Baum.

„Mit malischen Freunden und einer Kiste voller Medikamente und Instrumentarium eröffneten wir auf Bitten des Pfarrers im Dorf Dougourakoro eine ambulante Klinik“, erzählt sie. Die Menschen standen Schlange, weil es sonst keine medizinische Versorgung gab.

Aufklärung über Ernährung und Hygiene

Neben der Behandlung von Wunden und der Verteilung von Medikamenten unterrichtete sie die Frauen auch über Ernährung, Hygiene und Impfungen. „Diese regelmäßigen Konsultationen hatte es in der Region noch nie gegeben“, erklärt Christine Sakowski, und dass die medizinische Versorgung durch Christen großes Vertrauen bei den Menschen genieße, denn: „Sie können sich darauf verlassen.“

Als Intensivschwester habe sie so schnell nichts aus der Fassung gebracht. Sie sagt: „Man muss die Sache in die Hand nehmen, es gibt weithin ja nichts.“ Von Anfang an sei es ihr wichtig gewesen, malische Mitarbeitende zu finden, die fähig und motiviert waren, die medizinische Arbeit mitzutragen und zu verantworten.

Nach drei Jahren zurück nach Deutschland

Mit dieser ambulanten Station wurde der Grundstein für eine medizinische Arbeit gelegt, von der sie damals noch nicht mal zu träumen wagte. Nach drei Jahren musste sie aus gesundheitlichen Gründen 1997 wieder zurück nach Deutschland, was für sie kein einfacher Schritt war.

In Mali lebte sie in einem kleinen Lehmhaus mit Petroleumlampe als Lichtquelle. Im Dorf gab es kein Auto, eingekauft wurde ein Mal in der Woche in einem kleinen Laden in der Stadt. „Beim Antritt des Missionsdienstes habe ich hier alles aufgegeben und musste mich regelrecht wieder integrieren“, erzählt Christine Sakowski.

„Lass uns nicht allein“

Im Jahr 2000 begann sie als Krankenschwester im Singener Klinikum, die Dorfbewohner blieben jedoch in ihren Gedanken. Durch vertrauensvolle Begegnungen, gute französische Sprachkenntnisse und die Tatsache, dass sie sich leidlich in Bambara ausdrücken konnte, hatte sie das Vertrauen der Menschen im Dorf gewonnen.

„Schon damals bei meinem Abschied im Jahr 1997 baten sie mich: ‚Lass uns nicht allein. Komm wieder und hilf uns.‘“ So entstand die Idee, mit Freunden einen Verein zu gründen, der 2003 mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, seine Arbeit aufnahm. Christine Sakowski kaufte in Dougourakoro ein Grundstück und der Verein begann je nach finanziellen Mitteln, eine Krankenstation zu bauen.

Inzwischen hat die Station 14 Mitarbeiter

Die ersten operativen Eingriffe wurden unter einfachsten Bedingungen durchgeführt, Ärzte und Schwestern aus dem Singener Klinikum und aus ganz Deutschland unterstützen die Arbeit vor Ort. Heute hat der Verein sein Ziel erreicht, mittlerweile arbeitet die Station mit 14 Mitarbeitern autark, darunter ein Arzt, Krankenpfleger, Hebammen, Techniker und Laboranten, es gibt auch eine Apotheke.

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Den Großteil ihres Lebens hat Christine Sakowski in Mali verbracht und man sieht ihr die Freude an, wenn sie sagt: „Die Krankenstation wird von malischen Mitarbeitern geführt und mit deutscher Unterstützung durch den Verein mitfinanziert.“ Die Station würde 70 Prozent der laufenden Kosten erwirtschaften. Egal welcher Ethnie, jeder werde behandelt, auch Menschen ohne finanzielle Mittel. „Es war mir ganz wichtig, dass Einheimische kompetent ihre Patienten betreuen. Sie machen es anders, aber sie können es.“

Erste Steine für die Schule sind gepresst

Unabhängig von Weißen zu sein steigere ihr Selbstbewusstsein und sie würden eigene Visionen umsetzen. Dazu zählt der Bau der Schule, für die die ersten Lehmsteine schon gepresst wurden. „Wir sind ein kleiner Verein ohne Verwaltungskosten, die Hilfe kommt direkt vor Ort an“, nennt sie als Beispiel ein Sonografiegerät. Im Dezember hatten sie und der Spender das Gerät in die Krankenstation gebracht.

Christine Sakowski ist Vorsitzende des Vereins Ka Mali deme – Helft Mali für dessen Arbeit sich deutsche Ärzte, Techniker und Handwerker noch heute regelmäßig vor Ort einbringen. Der Verein wird von der malischen Regierung nicht unterstützt und ist deshalb auf Spenden angewiesen.