Bis Sonntag lässt sich in Hilzingen Zirkusluft schnuppern. Seit Donnerstag gastiert dort auf dem Festplatz der Circus Voyage. Das mittelständische Unternehmen, das in Berlin auch seit vielen Jahren den Weihnachtszirkus am Olympiastadion veranstaltet, setzt erfolgreich auf ein eigenes Konzept. Das Publikum fühlt sich dabei bestens unterhalten – wie die Erst-Vorstellung in Hilzingen bewies.

Der Circus Voyage reist gewissermaßen ungefähr mit der halben Besatzung der Arche Noah. Rund 80 Tiere führt er mit sich: Angefangen von einer kleinen Gänseschar, die munter schnatternd unter dem erstaunten Gelächter der Zirkusbesucher in der gefluteten Manege schwimmt, in deren Mitte auf einem Podest eine ganze Reihe der artistischen Darbietungen stattfindet. Es gibt eine große Pferdeherde, Kamele, Lamas, Giraffen und vier Elefanten und ein Flusspferd.

"Zeig mal deine tollen Hauer": Artistin Alicia hat keine Angst vor großen Tieren und spielt mit Jedi, dem Flusspferd. Bild: Ingeborg Meier
"Zeig mal deine tollen Hauer": Artistin Alicia hat keine Angst vor großen Tieren und spielt mit Jedi, dem Flusspferd. Bild: Ingeborg Meier | Bild: Ingeborg Meier

Wer angesichts dieser Aufzählung mit Dressuren rechnet, liegt ziemlich falsch. Zwar führen die Andalusier etwas Hohe Schule vor und lassen auch die Artistin auf ihrem Rücken Hula-Hoop-Vorführungen machen. Und die Elefanten beherrschen das eine oder andere Kunststück. Das können sie dem Publikum auch zeigen, falls sie Lust dazu haben. Müssen aber nicht, wenn ihnen nicht der Sinn danach steht. Denn dem Zirkusdirektor Alois Spindler kommt es in erster Linie darauf an, den Besuchern die Tiere zu zeigen. Sie dürfen die Giraffe Shakira füttern. Das Flusspferd Jedi wird mit einem knusprigen Baguette bestochen und lässt daraufhin seine riesigen Zähne im ebenfalls riesigen Maul bewundern. Eine vorbildliche Tierhaltung liegt Spindler und seinem Team am Herzen. Jedi kann sich auf dem Transport in einem 140 000 Liter fassenden Becken suhlen. Für die beiden Giraffen wurde eigens ein Niederflurwagen konstruiert, in dem sie aufrecht stehend zum nächsten Vorstellungsort gefahren werden.

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Musik in angenehmer Lautstärke

Neben der Tier-Show gibt es sehenswerte artistische Darbietungen und eine schöne Licht- und Tontechnik. Mit tollen Entfesselungstricks verblüffen die beiden hübschen Jackson-Magierinnen ihr Publikum. Weitere Höhepunkte setzt Alicia, die neben Hula Hoop auf dem Pferderücken eine tolle Fuß-Jonglage und eine ebenso gute Luftringnummer unter der Zirkuskuppel zeigt. Nico und sein Team sorgen für mit freigiebigem Applaus bedachte Motorrad-Stunts. Und dann ist da natürlich Clown Sepp, der die Zirkusbesucher auf das Unterhaltsamste in all seine Späße mit einbezieht.

Noch etwas ganz anderes fällt bei Circus Voyage auf: Die Musik ertönt in einer angenehmen Lautstärke. Also, Eltern: Ihr könnt den Gehörschutz für die Kleinen ruhig zu Hause lassen.