Bis in den letzten Winkel der Gemeinde Hilzingen soll ein leistungsfähiges Glasfasernetz zukünftig für schnelles Internet sorgen. Dafür wurde bereits 2016 in Zusammenarbeit mit der Stadt Tengen ein interkommunaler Breitbandausbau beschlossen, der nun Schritt für Schritt umgesetzt wird. In der jüngsten Sitzung des Hilzinger Gemeinderats stellte Peter Falkenstein-Seifert die Pläne für die Schaffung der notwendigen Infrastruktur vor. Er arbeitet für die Firma Rala, ein Unternehmen, das seit mehr als 20 Jahren passive Netzwerkinfrastruktur und Dienstleistungen rund um das Thema Glasfaser anbietet. Der schwedische Familienbetrieb ist seit 2016 auch auf dem deutschen Markt aktiv und hat schon über 100 Stadt- und Gemeindeglasfasernetze geplant.

Wie wichtig schnelles Internet nicht nur für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, sondern auch für die Lebensqualität jedes einzelnen Menschen sein kann, erläuterte Falkenstein-Seifert am Beispiel der schwedischen Stadt Linköping. Dort trägt das flächendeckende Glasfasernetz dazu bei, dass ältere Menschen länger in ihrem Zuhause leben können, statt in Pflegeeinrichtungen ziehen zu müssen. Mehrmals am Tag führen die Senioren Videokonferenzen mit Betreuungs- und Pflegekräften, die sich so ein Bild vom Zustand des Patienten machen. Sogar Gesundheitsdaten wie Blutwerte und Körpertemperatur werden über das Internet übertragen, was Zeit und Wege spart. Außerdem steigere der Anschluss an ein kommunales Breitbandnetz den Wert einer Immobilie erheblich, betonte der Experte.

Experte schätzt die Ausbaukosten auf rund 13,8 Millionen Euro

Damit Hilzingen an die Datenautobahn angeschlossen werden kann, müssten nach der Strukturplanung von Rala nicht nur Zeit und Aufwand, sondern auch rund 13,8 Millionen Euro investiert werden. So hoch wären die geschätzten Kosten für den sogenannten Fiber-to-the-Home-Ausbau (FttH), also die Glasfaser-Erschließung jedes einzelnen Hausanschlusses. "Synergien sind allerdings noch nicht eingerechnet", sagte Peter Falkenstein-Seifert und stellte eine Preissenkung in Aussicht. "Bei der Verlegung der Kabelrohre könnten Kosten eingespart werden, wenn sie mit anderen Tiefbaumaßnahmen wie der anstehenden Ortskernsanierung koordiniert würden", schlug er vor. Die Kabel in bereits offene Gräben zu legen sei natürlich weitaus günstiger als diese erst ausheben zu müssen, so die einfache Erklärung.

Eine Investition in den Breitbandausbau ist eine Investition in die Zukunft der Gemeinde, lautete das Fazit des Experten. Die Refinanzierung findet über die Verpachtung der Breitband-Infrastruktur an Telekommunikations-Unternehmen statt, die ihre Dienste letztlich dem Kunden gegen ein Netzentgelt anbieten. Es werde eine Weile dauern, aber langfristig mache sich das Projekt für Hilzingen bezahlt, ist sich Falkenstein-Seifert sicher.