Die Warteliste ist lang. Zunächst standen etwa 300 Namen darauf, beim Verfahren zur Vergabe der 40 Plätze im Neubaugebiet Am Steppachwiesle II waren es immerhin noch gut 160, also viermal soviel wie Grundstücke, die ab Mitte des nächsten Jahres bebaut werden können. Es soll auch Platz für einige Mehrfamilienhäuser geben. "Die Nachfrage ist enorm. Es gibt einen riesigen Ansturm nach Bauplätzen für Eigenheime", berichtet der Hilzinger Bürgermeister Rupert Metzler. "Besonders bei den Einzelhäusern kommen wohl nur Einheimische zum Zug. Die Vergabe erfolgt über ein Punktesystem. Das bevorzugt Menschen, die in Hilzingen leben. Viele Punkte gibt es aber auch für solche, die im Ort ein Geschäft führen oder im Vorstand von Vereinen tätig sind", so Metzler. Hilzingen und die Teilorte sollen weiter wachsen. Bisher sind dort insgesamt an die 9000 Einwohner angesiedelt.

"Wir wollen rundum und Zug um Zug, wie in Weiterdingen, Duchtlingen, Riedheim und Schlatt am Randen, Bauplätze ausweisen", verrät der Bürgermeister. Auch ein aktuelles kleines Baugebiet in Binningen fülle sich. Für das neue Baugebiet in Hilzingen, das sich derzeit voll in der Erschließung befindet, habe der Gemeinderat einen Kaufpreis von 230 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Beim Wohngebiet Am Steppachwiesle I war der Betrag noch 15 Euro niedriger.

"Der Gemeinderat und die Verwaltung sind derzeit stark damit beschäftigt, den Kernort Hilzingen nachzuverdichten. Das ist mir auch persönlich wie dem Gremium ein großes Anliegen", schildert Metzler. Zwei große Mehrfamilienhäuser erstelle das Familienheim Hegau-Bodensee und eines das Engener Wirtschaftsbüro Kiefer. Auch nach der Sanierung des alten Rathauses und des Klostergasse-Areals sollen neue Wohnungen gebaut werden. Schulisch sieht sich die Gemeinde Hilzingen gut aufgestellt. Es gibt zwei Gemeinschaftsschulen im Kernort, auf der Christlichen kann sogar das Abitur gemacht werden. "Auch bei den Kindergärten passen wir die Kapazität mit Erweiterungen den Bedürfnissen an, wenn noch mehr junge Familien in Hilzingen wohnen", betont Metzler.

Bei einer kleinen Umfrage im Baugebiet Am Steppachwiesle I, wo die letzten Häuser erstellt werden, stoßen wir folgerichtig nur auf Hilzinger. Die machen deutlich, weshalb sie gerade diesen Wohnort so schätzen. "Es gibt hier alles, was wir brauchen, besonders an Lebensmitteln. Es gibt genug Märkte", sagt Ulrike Reiter. Sie ist innerhalb von Hilzingen umgezogen, indem sie zusammen mit ihrem Mann ein gebrauchtes Haus gekauft hat. "Den Einkaufsstress in Singen können wir uns sparen", pflichtet Anja Christiansen bei. Sie ist mit ihrem Mann und den vier Kindern aus ihrer Hilzinger Wohnung ausgezogen, um im neuen Wohngebiet Am Steppachwiesle II ein Haus zu errichten und dort einzuziehen. Dass sich die beiden Frauen in aller Fröhlichkeit treffen, ist kein Zufall. "Es gibt hier viele Bekannte, die sich gegenseitig gerne mal kurz besuchen, um eine Schwätzchen zu halten. Mitunter bringt man eine Kleinigkeit vorbei, wie heute Ulrike ein paar Äpfel. Auch das macht Hilzingen aus", betont Anja Christiansen. Ihr Mann ist im Förderverein des Fußballclubs Hilzingen aktiv. Ulrike Reiter nimmt regelmäßig an Fitness-Kursen des Sportvereins Hilzingen teil. "Die dörfliche Struktur gefällt mir besonders hier", erklärt sie.

Das Leben in Hilzingen bereitet ihnen viel Freude: Anja Christiansen (links) und Ulrike Reiter mit Hündin Emma genießen auch die Sonne. Bild: Albert Bittlingmaier
Das Leben in Hilzingen bereitet ihnen viel Freude: Anja Christiansen (links) und Ulrike Reiter mit Hündin Emma genießen auch die Sonne. Bild: Albert Bittlingmaier | Bild: Bittlingmaier, Albert

Ein paar Meter weiter ist Christian Lauber fleißig beim Bau seines Hauses beschäftigt. Er nimmt sich aber beim SÜDKURIER-Besuch gerne und bestens gelaunt ein paar Minuten Zeit. "Ich wohne schon ein paar Jahre in Hilzingen, nachdem ich eine etwas längere Zeit in Singen gelebt habe. Meine Frau Luisa-Marie ist ebenfalls Hilzingerin. Uns gefällt es hier prima. Zudem gibt es ein gute Verkehrsanbindung. Ich bin zügig an meinem Arbeitsplatz bei der Firma Constellium in Gottmadingen", erklärt Lauber.