Hilzingen möchte die Schloßmauer, so wie sie ist, behalten. Dieser Eindruck ergibt sich zumindest, wenn man die Auswertungen der Meinungen der 120 Teilnehmer am Bürger-Workshop am Freitag betrachtet. Sein Thema war die Fortführung der Ortskernsanierung im Bereich östlich des Rathauses.

Natürlich lässt sich dieses Stimmungsbild nicht als repräsentativ für alle Hilzinger bewerten. Es wird aber mit Sicherheit, wie Bürgermeister Holger Mayer erklärte, mit in die Beratungen des Gemeinderats einfließen, genauso wie die Ideen, die die Teilnehmer einbrachten.

Unnötige Diskussionen um Schlossmauer

Abreißen, teilweise durchbrechen oder unverändert stehen lassen? Wie mit der Schlossmauer weiter verfahren werden soll, hat die Hegau-Gemeinde seit Jahren immer wieder stark beschäftigt und für hitzige Diskussionen gesorgt. Zuletzt gab es auch eine von Bürgern initiierte Online–Petition dazu.

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All die Mühe hätte man sich eigentlich sparen können. Bürgermeister Holger Mayer, seit April neu im Amt, hat mittlerweile beim Landesdenkmalamt die Gegebenheiten abgeklärt. Jetzt steht fest: Die Schloßmauer östlich des Rathauses darf weder versetzt noch abgerissen werden.

Was an Gestaltungsvarianten bleibt, sind eine einzige weitere bodentiefe Öffnung, Sichtfenster, oder eben der im Workshop mehrheitlich favorisierte vollständige Erhalt des historischen Gemäuers, so wie er heute ist. 54 der 74 Teilnehmer, die dazu eine klare Meinung hatten, plädierten dafür.

Gehweg, Vorplatz, Außenaufzug

Mit im Mittelpunkt der Veranstaltung standen drei weitere Bereiche, die es neu zu planen gilt: Der Verlauf des jetzigen engen Gehwegs. Ein Vorplatz nahe des Eingangs zum Bürgerbüro. Und ob und wo am Rathaus eventuell ein zweiter (Außen-) Aufzug oder eine Fluchttreppe ihren Platz finden sollen.

Den Gehweg sehen die meisten der interessierten Bürger zukünftig nicht mehr entlang der Straße, sondern hinter der Schloßmauer innerhalb des Schlossparks verlaufen. Dass der dann von der Straße nicht mehr einzusehende Weg auf jeden Fall gut beleuchtet werden muss – daran ließ der Leiter des Bauamts der Gemeinde, Günther Feucht, keinen Zweifel.

Einigkeit herrschte bezüglich der Gestaltung des Bürgerbüro-Vorplatzes: Dieser Parkbereich solle nicht in Konkurrenz zum nördlichen Dorfplatz treten, den man mit Brunnen und Möblierung zu einer Begegnungsstätte machen möchte. Aber Sitzgelegenheiten sollten dort schon geschaffen werden, so der Inhalt der Wortmeldungen.

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Dass die Workshop-Teilnehmer fast ausschließlich für die behindertengerechte und barrierefreie Ertüchtigung des vorhandenen Innenaufzugs und den Verzicht auf einen Fassaden-Aufzugturm plädierten, brachte den Rathaus-Chef zum Strahlen. „Das ist nach meiner Meinung die schönste Lösung,“ so Mayer. Und aus Sicht der Behindertenbeauftragten Marianne Guthoff die sinnvollste für Menschen mit Handicap.

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