Kann es sein, dass Hunderte Jugendliche seit Wochen eine Schule besuchen, die baurechtlich noch gar nicht abgenommen ist? Als die Nachricht den SÜDKURIER erreicht, hört sich der Fall nach einem Skandal an.

Doch bei Nachfrage verwandelt sich die Information in eine Petitesse. Von einer Kleinigkeit spricht auch der zuständige Amtsleiter im Konstanzer Landratsamt. Thomas Buser bestätigt zwar, dass die Schlussabnahme des Gebäudes noch ausstehe; gleichzeitig erklärt er aber, dass diese im Einvernehmen mit der Gemeinde Gottmadingen vertagt wurde.

Grund dafür sind fehlende Hinweisschilder für die Fluchtwege. Die konnten wegen Lieferschwierigkeiten nicht rechtzeitig montiert werden.

Keine Beanstandungen

Für den Leiter des Baurechtsamtes war das jedoch kein Hindernis, den Schulbetrieb freizugeben. Die wichtigsten Auflagen was Brandschutz und Unfallsicherheit angeht, sind erfüllt. Das bestätigen auch Bürgermeister Michael Klinger und Alexander Kopp vom Bauamt. „Die Unfallkasse hat den Bau ohne jede Beanstandung abgenommen“, erklärt Klinger. „Und das Brandschutzgutachten sieht auch keinerlei Mängel.“

Um sicherzugehen hatte die Gemeinde vor der Abnahme durch das Landratsamt die Brandmeldeanlage durch einen eigenen Sachverständigen begutachten lassen.

Abnahme soll bald erfolgen

Einen genauen Termin für die Endabnahme des Gebäudes kann er zwar noch nicht nennen; er erklärt aber, dass die Gemeinde die Abnahme zwischenzeitlich beantragt hat. Der Termin werde gerade koordiniert und voraussichtlich in der kommenden Woche stattfinden.

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„Wir waren von der Vorplanung bis zur Baugenehmigung immer eingebunden“, sagt Buser. Man habe sich darauf verständigt, die Schlussabnahme des Gebäudes zu verschieben, um nicht zweimal anrücken zu müssen und den bürokratischen Aufwand zu minimieren.

Michael Klinger kann sich eine Bemerkung nicht verkneifen: „Die neue Schule hat auch ohne Schlussabnahme viel höhere Sicherheitsstandards als die alte. Hätten wir wegen ein paar Schildern in der alten Schule bleiben sollen?“