Was ihm wichtig ist? Dass sein Name richtig geschrieben wird. Markus Toepfer schreibt sich mit „oe“, nicht mit „ö“, wie er mit einem Augenzwinkern erklärt. Das würden viele durcheinander bringen. Das war in Radolfzell so, wo er die vergangenen 15 Jahre als Stadtplaner gearbeitet hat, und das könnte auch in Gottmadingen so sein, wo er seit zwei Monaten die Zukunft der Gemeinde mitgestaltet. In Radolfzell war er einer von sechs Stadtplanern, in Gottmadingen ist er ein Einzelkämpfer. Und freut sich über die Chance und Herausforderung: „Ich fühle mich hier sehr gut aufgenommen, wir sind ein kleines schlagkräftiges Team.“ Gottmadingen habe für die Größe der Gemeinde viele interessante Projekte – das finde sich sonst kaum im gesamten Landkreis, sagt Toepfer mit Blick etwa auf das geplante Quartier 2020. Das ist Toepfers aktuell größtes, aber bei Weitem nicht einziges Projekt.

Er tritt in große Fußstapfen und wird zum Einzelkämpfer

Die ersten Unterschiede zu seinem bisherigen Arbeitsplatz waren rasch klar: In Gottmadingen sei man als Stadtplaner viel näher am Bürger, habe viel mehr direkten Kontakt und gebe eine Einschätzung, bevor final das Landratsamt entscheide. Den Kontakt schätze er, sagt Markus Toepfer nach den ersten zwei Monaten im neuen Amt. Die Terminplanung für das Gespräch mit dem SÜDKURIER hat sich schon hingezogen, der Mann ist bereits gut beschäftigt.

Er trete auch in große Fußstapfen, sagt er anerkennend: Florian Steinbrenner verließ seinen Posten als Stadtplaner zum Ende des Jahres 2019 und wurde Baudezernent in Tuttlingen. Er habe viele Projekte angestoßen und aktiv begleitet, sagt Toepfer mit Blick etwa auf den Schulneubau. Das sei aber auch ein Anreiz, mindestens mitzuhalten sowie hier und da vielleicht einen Aspekt zu ergänzen. Neue Akzente könne er sich etwa bei der Mobilitätswende hin zu mehr ÖPNV, Rad- und Fußverkehr vorstellen.

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Gottmadingen setzt auf Innenentwicklung statt Flächenfraß

Den gleichen Arbeitsplatz hat er schon bezogen: Toepfers Platz ist im Obergeschoss des Rathauses, Tür an Tür mit Urban Gramlich. Der Bauamtsleiter hält sich ebenso wie Bürgermeister Michael Klinger zurück, wenn es um die Vorstellung des neuen Stadtplaners geht. Nur beim Thema Erweiterung von Gewerbeflächen ergänzt Gramlich: Wo neue Flächen ausgewiesen werden sollen, gehe man mit kleinen Flächen recht moderat vor. Flächenfressende Logistik-Unternehmen oder Spielhallen wolle Gottmadingen in den Gewerbegebieten nicht, bestärkt Klinger, „dafür haben wir viel zu wenige Flächen“. Stattdessen setze man auf Innenentwicklung, was auch Markus Toepfer aufgefallen ist: Dafür müsse sich eine Gemeinde bewusst entscheiden, denn es sei wesentlich einfacher, ein Baugebiet am Rand auszuweisen.

Wie viel kann ein Stadtplaner eigentlich gestalten? „Es ist nicht Malen nach Zahlen“

Markus Toepfer sieht sich nicht als der große Künstler, der nun ganz Gottmadingen seine Handschrift verpasst. „Es ist nicht Malen nach Zahlen“, stellt er seine Berufsauffassung klar und lächelt. Ein Stadtplaner könne aber in Bauprozesse einwirken, könne zwischen verschiedenen Interessen vermitteln und auch mal Akzente setzen.

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Der 49-Jährige studierte Architekt und Stadtplaner machte auch eine Ausbildung zum Energieberater, der Klimawandel beschäftige ihn. Deshalb wolle er nachhaltige Energieformen mitdenken – wenn ein Gebäude erst einmal fertig gestellt sei, werde es schwieriger, fossile Brennstoffe abzulösen. „Ich bin der Meinung, dass es eine Wärmewende bräuchte“, sagt Toepfer. Das sei ein weiteres Akzentthema seiner Arbeit. Als Stadtplaner habe er auch eine Verantwortung, Bürger bei solchen Prozessen nicht nur mitzunehmen, sondern zu beteiligen. Doch Bürgerbeteiligung sei ihm in Gottmadingen bereits positiv aufgefallen.

Engere Abstimmung mit verschiedenen Bereichen

An Gottmadingen reizen den neuen Stadtplaner die Projekte, das Umfeld, aber auch die Verantwortung, wie er schildert. Hier könne er seine Erfahrungen einbringen, aber auch in den Hochbau reinschnuppern und enger als bisher mit den verschiedensten Bereichen zusammen arbeiten. „Das muss Hand in Hand gehen, gerade bei einer kleineren Kommune“, sagt er und erwähnt Versorgungstechnik ebenso wie Wirtschaftsförderung. Aus diesen Gründen habe er sich nach 15 Jahren in Radolfzell, wo er weiterhin mit seiner Frau und ihrem gemeinsamen zehnjährigen Sohn wohnt, für den Wechsel entschieden.

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Auch in Gottmadingen plane er kein kurzfristiges Zwischenspiel: Viele Planungsprozesse würden Jahre dauern, Projekte bräuchten ihre Zeit. Auch wenn er schon fachkundig von den verschiedensten Bauprojekten und -gebieten spricht, will er sich noch nicht als Experte für Gottmadinger Belange bezeichnen: „Jetzt wächst man hinein.“

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