Es geht voran mit den Spielplätzen in der Gemeinde Gottmadingen. Gerade erst ist der komplett erneuerte Platz im Wohngebiet Löhnen fertig geworden, da denken die Bürger zusammen mit der Verwaltung und dem Gemeinderat über die Umgestaltung des Spielplatzes Riedwies nach. Hier sollen – anders als auf den übrigen Spielplätzen – auch Aufenthalts- und Trainingsmöglichkeiten für Senioren geschaffen werden.

Gottmadingen ist mittlerweile sehr geübt im Umgang mit dem Instrument Bürgerbeteiligung. Bereits seit 2017 läuft das Projekt zur Bestandsaufnahme und Bewertung der Spielplätze im Gemeindegebiet. Geprüft wurden Einzugsbereich, Spielangebote und Einwohnerstruktur in Gottmadingen und den Ortsteilen, bevor in der Bürgerwerkstatt ein Spielplatzkonzept erarbeitet wurde.

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Zwei Workshops brachten viele Ideen

Auch diesmal waren die Bürger zu zwei Workshops eingeladen. Zusammen mit Vertretern des Bauamtes, dem Landschaftsarchitekten René Fregin und moderiert durch Katharina Riedel von Translake konnten die Teilnehmer der Arbeitstreffen ihre Ideen einbringen.

Der Landschaftsarchitekt René Fregin (hier rechts im Gespräch mit Waldemar Sordin und Joachim Dutt) hat für die Gemeinde Gottmadingen ...
Der Landschaftsarchitekt René Fregin (hier rechts im Gespräch mit Waldemar Sordin und Joachim Dutt) hat für die Gemeinde Gottmadingen schon einige Spielplätze geplant. | Bild: Trautmann, Gudrun

Dieses Vorgehen hat sich in Gottmadingen schon vielfach bewährt. Im Beteiligungsprozess werden nach einer Bestandsanalyse zunächst Wünsche und Anregungen gesammelt und gegeneinander abgewogen. Entschieden wird schließlich aber im Gemeinderat.

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Hier spielt neben der Gestaltung das Thema Kosten eine entscheidende Rolle. Denn was wünschenswert ist, passt nicht unbedingt in den Gemeindehaushalt. Nach ausführlichen Diskussionen steigt in der Öffentlichkeit aber die Akzeptanz für die Entscheidungen.

Architekt hat Vorschläge schon eingezeichnet

Joachim Dutt vom Bauamt stellte nun die Ergebnisse der beiden Bürgerworkshops vor, die der Landschaftsarchitekt bereits in seine Pläne eingezeichnet hat. Der Spielplatz hat eine sehr zentrale Lage und eine sehr gute Anbindung durch zahlreiche Wege zum Dorf. Er ist von der Schule, Kindergarten und Pflegeheim zu Fuß gut erreichbar.

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Das Gelände ist weitläufig, besteht zur Zeit aber aus zwei Plätzen und vier Stationen, wie sich in der Bestandsaufnahme zeigte. Der Riederbach ist Anziehungspunkt und Gefahr zugleich. Das werde bei der Umgestaltung zu berücksichtigen sein.

Auch Senioren haben Wünsche geäußert

In den ersten Zeichnungen von René Fregin werden die vorhandenen, markanten Bäume erhalten. Um mehr Schatten zu erzielen, sind auch Nachpflanzungen angedacht. Eine große Spielwiese soll die Mitte bilden. Vom Aufenthaltsplatz mit Tisch und Bänken, über verschiedene Schaukeln bis hin zum Wasserspielplatz, Schaukeln für verschiedene Altersgruppen, Rutschen, Klettergerüst und Wippe wurden viele Wünsche formuliert.

Der Landschaftsarchitekt René Fregin hat die Anregungen aus den Workshops in seine Entwürfe eingearbeitet. Hier eine Idee vom Büro Büro ...
Der Landschaftsarchitekt René Fregin hat die Anregungen aus den Workshops in seine Entwürfe eingearbeitet. Hier eine Idee vom Büro Büro Plan Be, wie der Platz künftig gestaltet sein könnte. | Bild: Trautmann, Gudrun

Senioren wünschen sich freie Flächen für Sport, Yoga, Tai Chi sowie Trainingsgeräte zur Aktivierung. Auch eine Toilettenanlage der Gemeinde soll nach Wunsch des Seniorenbeirates wieder in Betrieb genommen werden.

Aber: Wünsche kosten ca. 50.000 Euro mehr als geplant

Die bittere Pille lieferte Joachim Dutt nach der Beschreibung der Planung. Nach bisheriger Schätzung sind 319.000 Euro nötig, um den Spielplatz mit den gewünschten Elementen zu bauen. Im Gemeindehaushalt sind dafür aber nur 268.000 Euro vorgesehen. Die Aktivfläche für die Senioren soll aus Mitteln der Anneliese-Bilger-Stiftung finanziert werden.

Bürgermeister Michael Klinger freute sich über die gute und konstruktive Beteiligung der Bürger. „Aber die Kosten müssen vom Landschaftsarchitekten noch einmal überarbeitet werden“, sagte er. Erst nach der Sommerpause werde man grundsätzlich entscheiden, welche Bereiche der Planung schließlich realisiert werden sollen.

Wie es jetzt weitergehen soll

Die Fraktionsvorsitzende der SPD, Kirsten Graf, ist da gleicher Meinung: „Über die Kosten müssen wir uns unterhalten“, sagte sie. Grundsätzlich lobte sie aber auch das Interesse der Bürger. Gut an den Entwürfen sei, dass verschiedene Nutzer berücksichtigt würden. Auch die Anregung aus dem Gemeinderat, die Aufenthaltsqualität zu verbessern, sei vorbildlich in die Planung eingeflossen. Gemeinderatsmitglied Piratheepa Thileepan (FWG) hat die Workshops als Nachbarin der Riedwiese beobachtet und festgestellt, dass die Euphorie sehr groß sei. „Die Bürger wollen sich auch an der Umsetzung beteiligen“, sagte sie.

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Bauamtsmitarbeiter Joachim Dutt, seit vielen Jahren für die Spielplatzkonzeption mitverantwortlich, hofft nun, dass sich vielleicht noch Spender für die Spielgeräte finden, um das Haushaltsbudget zu entlasten und dennoch den gewünschten Abenteuer-Charakter auf der Riedwies zu ermöglichen.