War es das schlechte Gewissen oder hat ein gesuchter Straftäter angesichts des regnerischen Wetters tatsächlich nasse Füsse bekommen. Die Einsatzkräfte der Bundespolizei können es nicht sagen. „Er war plötzlich da“, erklärt Polizeisprecherin Daniela Schmidt von der Bundespolizeiinspektion Konstanz auf Nachfrage des SÜDKURIERS, nachdem am Montagabend gegen 22 Uhr ein mit Haftbefehl gesuchter Obdachloser festgenommen werden konnte.

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Es habe sich weder um eine Einreisekontrolle, noch um eine Ausreisefrage gehandelt. Der mit nationalem Haftbefehl gesuchte Deutscher habe sich am Montagabend ohne erkennbaren Grund der Bundespolizei gestellt. „Der 32-Jährige kam in den Abendstunden am Grenzübergang in Bietingen auf eine Streife der Bundespolizeiinspektion Konstanz zu und wollte freiwillig seine Haftstrafe antreten“, heißt es in der Pressemitteilung der Bundespolizei. Eine fahndungsmäßige Überprüfung habe dann schnell ergeben, dass gegen ihn ein Haftbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung vorliege. Welche Beweggründe den Mann veranlassten, sich nun den Behörden zu stellen, sei offen geblieben.

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Tatsächlich vermochte der gesuchte Straftäter aber die auferlegte Geldstrafe nicht zu bezahlen – eine Haftstrafe als Ersatz wurde damit unvermeidbar. Der in Deutschland wohnsitzlose 32-Jährige wird nun für die nächsten 50 Tage seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt in Konstanz absitzen. Vielleicht freut er sich schon auf ein paar Tage im Trockenen. Dabei weiß die Polizeisprecherin, dass es zwar selten sei, wenn sich Gesuchte just an einem Grenzübergang freiwillig den Behörden stellen – das erste Mal sei es in Bietingen aber auch nicht gewesen.