Der Ärger ist groß, nicht nur allmorgendlich am Bahnsteig in Gottmadingen, wenn wieder einmal die S-Bahn überfüllt ist, sondern auch in den Ratsgremien und Rathausstuben der Hegau-Gemeinde.

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„Auch für uns ist die Situation ärgerlich“, betont nun auch Uwe Lahl als Amtschef des baden-württembergischen Verkehrsministeriums, nachdem zuletzt die Gottmadinger Ratsmitglieder samt dem wahlkämpfenden Bürgermeister Michael Klinger ihrem Ärger Luft gemacht haben. In den letzten zwei Jahren lief der Betrieb gut, erst seit einem halben Jahr gebe es immer wieder Ärger auf dieser Strecke, weiß Lahl: „Die Deutsche Bahn liefert nicht, was wir bestellt haben“, fügt der Amtschef aus dem Stuttgarter Verkehrsministerium hinzu. Dass nun gerade zwei der vier eingesetzten Triebwagen ausgefallen seien, sei nicht nur ärgerlich, sondern sollte auch vermeidbar sein. Er hofft, dass einer der beiden defekten Züge ab dem Wochenende wieder einsatzbereit sei. Dann sollte die Bahn wieder in der Lage sein, ihren Auftrag ohne Einsatz des Schienenersatzverkehrs zu bewerkstelligen. Zeitnah – so das Versprechen der Bahn, soll auch die vierte Kombination wieder zum Einsatz kommen.

„Unsere Geduld ist nicht endlos.“Uwe Lahl, Ministerialdirektor im baden-württembergischen Verkehrsministerium
„Unsere Geduld ist nicht endlos.“Uwe Lahl, Ministerialdirektor im baden-württembergischen Verkehrsministerium. | Bild: Sebastian Berger

„Aber, unsere Geduld ist nicht endlos“, warnt Lahl im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Sollte es im Verlauf der nächsten Monate zu neuerlichen Ausfällen kommen, werde er prüfen lassen, die Verträge mit der Deutschen Bahn zu kündigen. Immerhin gäbe es mit den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) einen Wettbewerber, der leistungsstark und in der Grenzregion verankert sei. „Zuvor stehen aber deutliche Gespräche mit der DB an“, so Lahl. Blieben die erfolglos, so sei die Suche nach einem anderen Partner eine mögliche Variante. „Die SBB zeigt, dass hochwertige Angebote das politische Ziel von Fahrgastzuwächsen eher ermöglichen“, erklärt Lahl, verweist dabei aber durchaus auch auf eine problematische Umstellungsphase. Bis zu drei Jahren könne es dauern, bis ein neuer Anbieter das öffentliche Verkehrsangebot in gewünschte Qualität bereitstellen könnte.

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