Wohnungen sind in Gottmadingen Mangelware wie überall im Hegau. Noch knapper sind Baugrundstücke. Deshalb kommt der Verwaltung und dem Gemeinderat ein Bauantrag für ein größeres Eckgrundstück an der Haupt- und Lindenstraße mehr als gelegen. Auf dem Gelände der ehemaligen Metzgerei Jaser werden gleich zwei Wunschkriterien erfüllt: Es soll dort ohne weiteren Flächenverbrauch neuer Wohnraum geschaffen werden. Zugleich wird das Grundstück vollkommen neu geordnet.

Nachher: So soll das Grundstück einmal aussehen. Den Bauantrag billigten die Gemeinderäte im Ausschuss für Umwelt und Technik einstimmig. Die 3-D-Annimation der Planung stammt aus der Feder des Architketen Andreas Sigrist.
Nachher: So soll das Grundstück einmal aussehen. Den Bauantrag billigten die Gemeinderäte im Ausschuss für Umwelt und Technik einstimmig. Die 3-D-Annimation der Planung stammt aus der Feder des Architketen Andreas Sigrist. | Bild: Planung: Andreas Sigrist

Warten auf die Baugenehmigung aus dem Landratsamt

Bevor die Planung nun im Ausschuss für Technik und Umwelt den Gemeinderäten zur Kenntnis vorgestellt wurde, hat es im Bauamt mit dem Investor zahlreiche Gespräche gegeben. Das bestätigt auch Klaus Stapf vom Gottmadinger Bauunternehmen Shala auf SÜDKURIER-Anfrage. Er begleitet die Planung. Über die Details will er aber jetzt noch keinerlei Auskunft geben. Zuerst müsse die Baugenehmigung vom Konstanzer Landratsamt vorliegen. Dann werde gebaut, was geplant ist.

Die Planung überzeugt. Jetzt muss sie auch so umgesetzt werden

Darauf hofft auch Bürgermeister Michael Klinger. „Wenn das so kommt, wie es uns jetzt vorgestellt wurde, dann kann ich nur sagen: Bravo für die Ecke und den Investor“, sagt der Verwaltungschef. „Wir brauchen alles an Wohnungen, was möglich ist.“ Die Planung sieht barrierefreies Wohnen vor.

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Zwei Mehrfamilienhäuser in Klinkerbauweise

Der Leiter des Bauamtes, Urban Gramlich, stellte die visualisierte Planung in der Sitzung vor. Gebaut werden sollen demnach zwei größere Baukörper mit Klinkerfassade, bodentiefen, französischen Fenstern, Tiefgarage und im Dachgeschoss innenliegenden Balkonen. In der Lindenstraße wird mit drei Geschossen plus Satteldach geplant; zurückversetzt an der Hauptstraße gibt es ein Geschoss weniger. Der Adler-Anbau in der Lindenstraße soll stehenbleiben. Alles andere werde neu überbaut.

Einmal rund um die Spielhalle

Eine Besonderheit ist die heute schon bestehende Spielhalle. Sie ist verpachtet und soll auch weiterhin Bestand haben. Die Verwaltung hätte auch die Spiehalle und die Gastronomie gerne von dem Gelände verbannt. Aber dazu habe sich der Bauherr auch in den intensiven Gesprächen nicht durchringen können, berichtet Klinger. Das bedeutet, dass alles um die Spielhalle herumgebaut werden muss. Trotzdem beruhigt Klinger: „Von außen wird die Spielhalle gar nicht mehr sichtbar sein.“ Für ihn ist klar, dass die Planung eine gute städtebauliche Lösung darstellt. „Damit wird das Downcycling beendet“, sagt Klinger. Er meint damit ist die Abwertung des Geländes durch die Nachnutzung.

Nicht aus einem Guss wirkt die Bebauung auf dem Gelände der ehemaligen Metzgerei Jaser in Gottmadingen. Das soll sich nun ändern.
Nicht aus einem Guss wirkt die Bebauung auf dem Gelände der ehemaligen Metzgerei Jaser in Gottmadingen. Das soll sich nun ändern. | Bild: Trautmann, Gudrun

Frühere Metzgerei wird abgerissen

Die ehemaligen Produktionsstätten der Metzgerei Jaser sollen abgerissen werden. Es sieht so aus, als ob sich derzeit eine Autowerkstatt darin befindet. Geplant ist eine Tiefgarage mit zweigeschossigen Stellplätzen. Die Garage soll in einem Einbahnstraßenverkehr bedient werden. Für Geschäfte sollen fünf oberirdische Stellplätze angelegt werden. Die Wohnungen sollen zwischen 70 und über 100 Quadratmeter Fläche bekommen. Über die Anzahl der Wohnungen wurde im Ausschuss noch nicht berichtet. Wohl aber über die Frage, ob diese vermietet werden sollen.

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Eigentumswohnungen ab 70 Quadratemter

Nach jetzigem Kenntnisstand wird es sich um Eigentumswohnungen handeln. Das löste in den Reihen der Räte ein gewisses Bedauern aus. Dem begegnet Michael Klinger aber mit folgender Argumentation: „Es gibt viele ältere Gottmadinger, denen ihr Einfamilienhaus zu groß geworden ist. Wenn sie sich im Dorf eine Eigentumswohnung kaufen, werden Häuser für junge Familien frei.“ Für Walter Beyl (FWG) ist die Sache klar: „Ich finde die Planung optimal. Sie passt perfekt an die Stelle.“ So sehen es auch die anderen Ausschussmitglieder und stimmten dem Projekt einhellig zu. Jetzt ist die Baubehörde des Konstanzer Landratsamtes dran.

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