Die Geschichte ihrer Flucht aus dem Norden Sri Lankas ist aus dem Leben von Priatheepa Thileepan nicht wegzudenken. Als sie mit ihrer Mutter und einer Schwester aus dem Bürgerkriegsland in Deutschland ankam, hatte die damals Zwölfjährige eine lange Leidensgeschichte hinter sich.

Der Vater hatte sich schon zuvor auf den Weg nach Deutschland gemacht und Arbeit gesucht. Es folgten Aufenthalte in Flüchtlingslagern in Offenburg, Rheinfelden und schließlich auf einem alten Bauernhof in Bietingen. „Wir haben versucht, uns da rauszukämpfen“, erzählt Piratheepa Thileepan voller Stolz und mit großer Hochachtung für ihre Eltern. Die Mutter arbeitete als Zimmermädchen, der Vater im Bauhof. Immer in der Angst, als geduldete Flüchtlinge jederzeit abgeschoben werden zu können.

Halt und Heimat in der Kunst

Doch das Mädchen besuchte die Eichendorff-Realschule und fand dort im Kunstlehrer ihren Mentor. „Herr Kanwischer hat sich mit der Schule regelmäßig an deutschen und europäischen Wettbewerben beteiligt und Schülerarbeiten eingereicht“, erzählt die Mutter dreier Töchter. „Ich war auch immer dabei und habe sogar Bundespreise gewonnen.“

Sie habe schon immer gemalt. Als Kind auf der Flucht habe ihr das Halt und Heimat gegeben. „Das ist mir bis heute geblieben“, sagt Thileepan. Und so entstehen im Haus am Riederbach, in ihrer heutigen sicheren Heimat Gottmadingen, Bilder mit Bezug zur ehemaligen Heimat. In der Arztpraxis Wilms darf sie zeigen, wie sie die beiden Kulturen in ihren Bildern zusammenbringt.

Bilder mit spirituellen Elementen

„Kunst ist mir ein Herzensprojekt“, sagt die Malerin. Sie enthalte auch immer starke spirituelle Elemente. Die Harmonie, das Universelle, das Ausgleichende des Hinduismus findet in ihren Bildern Ausdruck. „Ich male sprechende Bilder“, sagt sie und freut sich über die gute Resonanz in Gottmadingen.

In der Gemeinde ist Piratheepa Thileepan bestens vernetzt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Bürger zusammen mit dem ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Repnik die Abschiebung der Familie in die Kriegsregion verhindert haben. Als Gemeinderätin (FW) hat die gelernte Bankfachwirtin, Finanzberaterin und Immobilienmaklerin ein offenes Ohr für alle Themen im Dorf. Im Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat sie nach 20 Jahren Pause wieder zurück zur aktiven Malerei gefunden.