Schnell holten am Mittwoch noch etliche Schweizer ihre bestellten Lebensmittel, wie Fleisch, ab. Zum Abholen gibt es eine befristete Sondererlaubnis. Anrufe und Abholungen sorgten auch in den Geschäften für Zusatz-Betrieb am ohnehin schon lebhaften Verkaufstag.

„Unser Leiter der Fleisch- und Wurstwaren-Abteilung versucht, alle Kunden aus der Schweiz anzurufen, die Bestellungen aufgegeben haben, damit sie die Waren schnell noch abholen können. Die meisten hat er wohl schon erreicht. Und die Kunden wollen auch kommen“, schildert Carmelina Papa, Leiterin der REWE-Filiale in Gottmadingen.

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Eine von vielen kurzfristigen Entscheidungen für den Handel – und empfindliche Umsatzeinbußen

„Zum vorweihnachtlichen Stress, den wir in unserem Einkaufsmarkt ohnehin schon haben, kommt jetzt noch hinzu, dass die Schweizer nicht mehr einkaufen dürfen. Diese Entscheidung ist genauso wie aus heiterem Himmel gefallen, wie Änderungen der Öffnungszeiten, die in den vergangenen Tagen mehrfach gewechselt haben“, sagt Carmelina Papa.

„Schweizer Kunden machen doch einen beträchtlichen Teil unserer Umsatzes aus. Das bricht nun weg. Wir müssen nun ähnlich wie vor Ostern, als die Grenzen geschlossen wurden, in die Vorleistung gehen. Unser treues Personal ist auch durch ihre Wohnsitze fest verankert in Gottmadingen oder Umgebung. Schon deshalb kommen keine Entlassungen in Frage, wenn es nun auch empfindliche Umsatz-Einbußen geben wird. Auch Kurzarbeit ist nicht geplant. Wir warten ab, wie es weitergeht“, so Carmelina Papa.

Weitere Stimmen? Nicht am Haupteinkaufstag des Jahres

Interessant die Vergleiche der Parkplätze am Dienstag vor dem Herblinger Markt in Schaffhausen und am Mittwoch vor Einkaufsläden in Gottmadingen. Am Herblinger Markt waren vereinzelt deutsche Kennzeichen auszumachen. Dort hatten im Gegensatz zur anderen Seite der Grenze auch Fachgeschäfte noch geöffnet. Und tags darauf gab es nur wenige Schweizer Kennzeichen auf dem Parkplatz des Gottmadinger Einkaufsmarktes Stegleacker zu sehen, da Schweizer nicht mehr zum Einkaufen einreisen durften.

Es war am Mittwoch sehr schwierig, weitere Ansprechpartner aus Lebensmittelgeschäften, wie Metzgereien, zu bekommen. „Tut uns leid, keine Zeit, es geht bei uns drunter und drüber. Heute ist der Haupteinkaufstag des ganzen Jahres“, so lauteten Antworten nach Anfragen.

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