Nach einer Reihe von Gesprächen gab es nun doch eine Einigung in Sachen Anbau eines größeren Gebäudeteils in Ebringen. Nachdem der Bauherr nochmal neu geplant hat, sind nun auch die Verwaltung und der Gemeinderat einverstanden. Die Situation in Ebringen schien festgefahren.

Nach zahlreichen Gesprächen zwischen dem Bauherrn und dem Gottmadinger Bauamt sah es zuletzt so aus, als wolle die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen, um eine angepasste Planung zu erwirken. Jetzt zeichnet sich aber doch noch ein Happy End ab.

Neubau mit sechs Wohnungen

Zurück zum Anfang: Es geht um das ehemalige Gasthaus Löwen, ein markantes Gebäude am Ortseingang des Gottmadinger Ortsteils Ebringen. Der Bauherr möchte das Ökonomiegebäude abreißen und durch ein Gebäude mit sechs Wohneinheiten ersetzen. Er hatte sich dafür einen modernen, quadratischen Baukörper vorgestellt, wie er gerade in zahlreichen Städten verwirklicht wird.

Weil das Gebäude in einem Gebiet liegt, für das es bisher noch keinen Bebauungsplan gibt, der bestimmte Formen wie Höhe oder Dachneigungen festlegt, kommt hier der Paragraph 34 des Baugesetzbuches zum Zuge. Dieser Paragraph besagt, dass sich das neue Bauvorhaben in die Umgebung einfügen muss.

Rat lehnt modernen Kubus ab

Während das Landratsamt Konstanz als genehmigende Behörde im Falle des Löwen-Anbaus durchaus die Zustimmung erteilen wollte, konnten sich das Gottmadinger Bauamt und die Mehrzahl der Gemeinderäte mit der Planung nicht anfreunden. In der Diskussion schälte sich die Meinung heraus, dass der Kubus nicht nur wegen seiner Größe im Dorf wie ein Fremdkörper wirken werde.

Bürgermeister Michael Klinger sprach sogar von einem „städtebaulichen Sündenfall“. Man war sich im Gemeinderat und auf der Verwaltungsbank einig, dass der moderne Bau nicht in das dörfliche Ensemble mit seinen bäuerlichen Fachwerkhäusern passen werde. Ebringen hat mit seinen rund 200 Einwohnern noch eine gewachsene Struktur und präsentiert sich als intakte Einheit.

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Trotz dieser scharfen Kritik an den Plänen blieb die Hand ausgestreckt. Man sei auch weiterhin gesprächsbereit, sagte Michael Klinger in der Debatte. Der Bauherr nahm das Angebot an. Er hatte bereits damals signalisiert, dass er die Gestaltung überarbeiten könne. Nur wie? Der Architekt hat jetzt neu gezeichnet. Herausgekommen ist ein völlig anderes Gebäude: Ein stattlicher Anbau mit Satteldach, etwas höher als das Gasthaus.

Schuppen im Außenbereich nicht zulässig

„Das fügt sich ein“, sind sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses und der Gemeindeverwaltung einig. Die sechs Wohnungen finden auch in diesem Baukörper Platz. Allein ein größerer Schuppen im Außenbereich, der als Gerätehaus, Fahrradschuppen und Holzlager dienen soll, ist nicht zulässig. Diesmal spricht der Paragrap 35 dagegen, der das Bauen im Außenbereich in engen Grenzen regelt und fast nur landwirtschaftliche Nutzung zulässt.