Fast alle Parkplätze sind belegt vor der Gottmadinger Goldbühlhalle. Das ist höchst ungewöhnlich für einen Donnerstagmorgen. Der Grund vermittelt sich schnell beim Gang zum Eingang. Dort stehen schon Menschen im gemessenen Abstand und warten auf Einlass für ihre erste Corona-Impfung. Neben dem Eingang steht ein VW-Transporter von der Bergwacht Breisgau. Damit ist das mobile Impfteam angereist, das an diesem Tag 216 Menschen ab 65 wieder ein kleines Stückchen näher zur alten Normalität bringt. Es ist Gemeindeimpftag in Gottmadingen.

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Die nicht ganz einfache Terminvergabe im Rathaus

Tagelang haben Angelika Schopper im Vorzimmer von Bürgermeister Michael Klinger und Sabrina Emhardt vom Personalamt die Termine für die Impflinge koordiniert. Sie haben Menschen in Tabellen eingetragen und Zögerliche später wieder ausgetragen. Das verdeutlicht die Verunsicherung, die die zum Teil unbefriedigende Impfstrategie des Landes bei den Bürgern hinterlassen hat. Bei manchen sitzt die Angst vor unabsehbaren Nebenwirkungen so tief, dass sie sich in letzter Sekunde wieder umentscheiden und den endlich ergatterten Impftermin absagen. Bis zum Dienstschluss am Mittwochabend mussten die Listen im Gottmadinger Rathaus ständig korrigiert werden. Die Angst vor dem neuen Virus ist überall spürbar. Die Rathausmitarbeiterinnen seien von den Anrufern häufig mit Fragen zum Impfstoff konfrontiert worden, berichtet Michael Klinger, der sich am Vormittag selber ein Bild vom Ablauf im Pop-Up-Impfzentrum in der Goldbühlhalle machte.

Wegen der Corona-Pandemie ist die Goldbühlhalle seit Wochen verwaist. Sport kann hier zur Zeit nicht stattfinden. Jetzt verwandelte sich die Gottmadinger Halle mit einfachen Mitteln für einen Tag in ein Impfzentrum.
Wegen der Corona-Pandemie ist die Goldbühlhalle seit Wochen verwaist. Sport kann hier zur Zeit nicht stattfinden. Jetzt verwandelte sich die Gottmadinger Halle mit einfachen Mitteln für einen Tag in ein Impfzentrum. | Bild: Trautmann, Gudrun

Impftouristen hatten beim Gemeindeimpftag keine Chance – Der Tag war nur für Gottmadinger reserviert

Wie andere Gemeinden im Hegau zuvor, wollte auch Gottmadingen das Impftempo im Dorf mit Hilfe eines mobilen Impfteams beschleunigen. Vor allem wollte die Gemeinde den älteren Bürgern den nervenaufreibenden Kampf um einen Impftermin ersparen. Besonders die Gruppe der hochbetagten und stark gefährdeten Dorfbewohner, von denen immer noch etliche keinen Impfschutz hatten, sollten endlich die befreiende Spritze erhalten. Selbst Stockacher hätten versucht, auf die Impf-Liste zu gelangen; und viele Jüngere, erzählt Klinger. Doch da war nichts zu machen. Der Tag war den Gottmadingern vorbehalten. Uns was geschieht, wenn Impflingen die Spritze dann doch nicht wollen? „Wir haben eine Warteliste mit Leuten, die wir sofort anrufen können“, sagt Klinger. „Es wird keine Dosis weggeschmissen.“

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In der Halle ist reichlich Platz für den Impfparcours

Der Service wurde gut angenommen, weil die Gemeinde die bürokratischen Hürden aus dem Weg geräumt hatte. In zwei Schichten sorgten jeweils acht Rathausmitarbeiter in gelben Westen für einen reibungslosen Ablauf. In der Sporthalle war ausreichend Platz für die verschiedenen Impfstationen. Die Bürger waren aufgefordert, nicht zu früh zu ihrem Termin zu erscheinen, um Ansammlungen vor der Halle zu vermeiden. Die ersten waren trotzdem eine halbe Stunde vor ihrem Termin da. Ein Zeichen dafür, wie sehnsüchtig, der Schutz vor dem Virus erwartet wird.

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