Gerd Schuhmacher ist kein Mensch, der sich in den Mittelpunkt drängt. Bei der Blutspenderehrung in Gottmadingen nahm er aufgrund der Corona-Bestimmungen dann aber doch gern als Einziger eine Auszeichnung entgegen. Schon unter normalen Umständen hätte der 72-Jährige im Zentrum der Aufmerksamkeit gestanden. Hundert Mal hat der Gottmadinger schon gespendet. „Eigentlich sind es mittlerweile schon 104“, betonte Bürgermeister Michael Klinger bei der Ehrung im Sitzungssaal des Rathauses.

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Gerd Schuhmacher werde stellvertretend für die anderen Blutspender geehrt: „Heute heißt es „Einer für alle, alle für einen“, so Michael Klinger, der bedauerte, diese Leistungen nicht wie üblich in einem größeren Rahmen würdigen zu können. „Es ist uns wichtig, die Spender herauszustellen und den Mitarbeitern vom Roten Kreuz zu danken“, sagte der Bürgermeister. Die jetzige Ehrung sei auch hinsichtlich der hohen Spendenzahl Schuhmachers eine besondere. „Es könnten noch mehr sein“, sagte dieser bescheiden.

Auf einen großen Empfang musste aufgrund der Corona-Bestimmungen verzichtet werden. Für 100 Spenden erhielt Gerd Schuhmacher eine Urkunde und die Goldene Ehrennadel.
Auf einen großen Empfang musste aufgrund der Corona-Bestimmungen verzichtet werden. Für 100 Spenden erhielt Gerd Schuhmacher eine Urkunde und die Goldene Ehrennadel.

Im Vergleich ist die Spendenbereitschaft in Gottmadingen ziemlich ausgeprägt. So wurden schon zuvor Blutspender für 100 und sogar 125 Spenden geehrt. Gerd Schuhmacher spendet seit 1968. Seine Blutgruppe Null/Rhesusfaktor negativ ist besonders wertvoll, da sie einerseits von jedem Empfänger vertragen wird, andererseits selten vorkommt: Nur sechs Prozent der Bevölkerung weisen diesen Blutgruppentyp auf.

Auch das war eine Motivation für Gerd Schuhmacher, seit seiner Studienzeit regelmäßig zu spenden. „Es gibt viele Gründe, zum Beispiel die kostenlose ärztliche Untersuchung mit Blutdruckmessung und der Bestimmung des Eisenwerts“, führt er aus.

Wo sind die Jungen?

Im September soll der nächste Blutspende-Termin in Gottmadingen stattfinden. „Das wird jetzt immer monatlich entschieden“, so der DRK-Ortsverbands-Chef Peter Löchle, der zugleich den ehrenamtlichen Mitarbeitern des DRK dankte. Er wies ferner auf die Notwendigkeit zur Erhöhung der allgemeinen Spendebereitschaft hin. „2030 wird ein Großteil der Spender über 50 Jahre alt sein. Es ist wichtig, auch in Zukunft die Leute fürs Spenden zu motivieren“, so Peter Löchle.

Gerd Schuhmacher gilt das als Vorbild. „Als wir angerufen haben, um den Ehrungstermin auszumachen, war er nicht zu erreichen – er war gerade beim Blutspenden“, so Bürgermeister Michael Klinger schmunzelnd.