Blut, Diesel, Gülle: Das ist zu viel für die Teiche im Gottmadinger Ortsteil Ebringen, die das Abwasser der rund 280 Bürger klären sollen. Immer wieder wurden in den vergangenen Sommermonaten Grenzwerte überschritten. Besonders an heißen Tagen ist die Kläranlage mit dem Eintrag nicht fertig geworden. Aber auch sonst gibt es immer wieder Ausreißer. Es musste etwas geschehen.

Die Teich-Kläranlage bereitet das Ebringer Abwasser von rund 280 Bürgern auf. Das Foto zeigt das Maschinengebäude mit Belüfterbrücke im ersten Teich. Bild: Büro Raff
Die Teich-Kläranlage bereitet das Ebringer Abwasser von rund 280 Bürgern auf. Das Foto zeigt das Maschinengebäude mit Belüfterbrücke im ersten Teich. Bild: Büro Raff | Bild: Büro Raff

Probleme besonders bei Wärme

„Im Mai, Juni und Juli waren die Werte schlecht“, erinnerte Burkhard Raff vom gleichnamigen Ingenieurbüro die Mitglieder des Gottmadinger Technik- und Umwelt-Ausschusses an das Problem. Das könnte die Gemeindekasse teuer zu stehen kommen. Nach einer ersten Bestandsaufnahme hat er nun verschiedene Lösungsansätze vorgestellt. Dabei ging es um die Frage, ob die Abwässer über ein Leitungssystem zur Aufbereitung an die Kläranlage in Ramsen geschickt werden sollen, oder ob andere technische Hilfsmittel zur Reinigung ausreichen könnten. Gezeigt hatte sich schon, dass eine stärkere Belüftung schon bei der Reinigung hilft.

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Auch Regenwasser muss geklärt werden

Die vier Ebringer Teiche wurden vor 30 Jahren gebaut, um die Abwässer aus dem Dorf zu klären. An Gülle aus der Landwirtschaft war dabei natürlich nicht gedacht, auch nicht an Dieselrückstände. Im Durchschnitt ist die Anlage auf 50 Kubikmeter Abwasser ausgelegt. Zu Spitzenzeiten, zum Beispiel nach Starkregen, kann die Menge auch schon mal auf 700 Kubikmeter anschwellen. Schon alleine wegen des Regenwassers könne man die Teichkläranlage nicht einfach aufgeben, erklärt Burkhard Raff. „Selbst wenn die Abwässer aus dem Dorf nicht mehr in die Teiche fließen, muss das Oberflächenwasser gefiltert werden.“

Burkhard Raff vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Gottmadingen hat zwei Lösungsvarianten für die Ebringer Teichkläranlage berechnet. Bild: Büro Raff
Burkhard Raff vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Gottmadingen hat zwei Lösungsvarianten für die Ebringer Teichkläranlage berechnet. Bild: Büro Raff | Bild: Büro Raff

Kosten klaffen weit auseinander

Raff hat nun Kosten für die verschiedenen Lösungen ermittelt. Während die Anschaffung eines Wendelüfters, der die Teiche mit Hilfe einer Stange auf Schwimmern mit Sauerstoff versorgt, 15 000 Euro kostet, würde der Bau einer Rohrleitung bis zum Sammler in Hilzingen plus Pumpstation rund 240 000 Euro kosten. Dazu kommen noch jährliche Betriebskosten von 17 000 Euro. „Zwei Wendelüfter würden genügen, um die Teiche ausreichend zu belüften“, hat Burkhard Raff ausgerechnet. Man könne es sogar zuerst mit nur einem Belüfter versuchen. Regelmäßige Schlammuntersuchungen müssen ohnehin veranlasst werden.

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Apropos Schlamm: Die Verwertung schlägt ebenfalls zu Buche. Zwischen 80 und 110 Euro pro Tonne kostet die Schlammverwertung. Um hier vor Überraschungen gefeit zu sein, müsse man die exakte Schlammuntersuchung abwarten, sagt Raff.

Anschluss an Ramsen zu teuer

Für die Ausschussmitglieder war nach diesem Vortrag klar, dass es nicht sinnvoll wäre, die Kläranlage zu schließen. Auch die Anbindung an die Kläranlage Ramsen ist offenbar keine Option. Bürgermeister Michael Klinger schlug vor, dass der Strom, den der Wendelüfter benötigen werde, von einer Freiland-Solaranlage erzeugt werden könnte. Ein Vorschlag, den der Planer gerne aufnahm.

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