Es ist eine der lauschigsten Ecken im Ortskern von Gottmadingen: Der Riederbach schlängelt sich in seinem befestigten Bachbett vorbei am Gelände der Hebelschule und weiter vorbei am Spielplatz Riedwies. Das sanfte Plätschern nur unweit der viel befahrenen Hauptstraße beruhigt das Gemüt. Fußgänger können den Bach über zwei unweit voneinander liegende Holzbrücken überqueren. Die Situation wirkt fast schon idyllisch. Und doch ließe sich hier noch etwas mehr im Sinne der Ökologie machen.

Der Riederbach fließt im befestigten Ufer an der Hebelhalle (hinten links) vorbei. Der Baumbestand auf der rechten Seite müsste zum großen Teil weichen, wenn das Ufer renaturiert wird. Darüber denken die Gemeinderäte jetzt nach.
Der Riederbach fließt im befestigten Ufer an der Hebelhalle (hinten links) vorbei. Der Baumbestand auf der rechten Seite müsste zum großen Teil weichen, wenn das Ufer renaturiert wird. Darüber denken die Gemeinderäte jetzt nach. | Bild: Trautmann, Gudrun

Wieviel Platz braucht der Bach in der Ortsmitte?

Eine Ahnung davon erhielten die Ratsmitglieder im Technik- und Umweltausschuss. Die Verwaltung hatte das Owinger Büro Reckmann und Bross beauftragt, zu untersuchen, wie sich ein weiterer Abriss der Uferbefestigung am Riederbach im Bereich der Hebelschule auswirken würde. Fraktionssprecher Eberhard Koch (FW) hatte in einer früheren Sitzung angeregt, den Bach auch in diesem Bereich zur renaturieren. Andererseits hatte er vorgeschlagen, den Mauerteil am Spielplatz Riedwies noch zu belassen, bis das Konzept für die Umgestaltung vorliegt. Letzteres hatte Bürgermeister Michael Klinger allerdings deutlich zurückgewiesen mit dem Hinweis, dass damit hohe Zuschüsse aus dem Fördertopf Gewässerentwicklung verspielt würden.

Lässt sich das Ufer des Riederbachs zwischen den zwei Brücken hinter der Hebelschule überhaupt renaturieren? Die Sache ist nicht ganz unkompliziert. Geld ist dafür gerade nicht im Haushalt.
Lässt sich das Ufer des Riederbachs zwischen den zwei Brücken hinter der Hebelschule überhaupt renaturieren? Die Sache ist nicht ganz unkompliziert. Geld ist dafür gerade nicht im Haushalt. | Bild: Trautmann, Gudrun

Zwei Abschnitte, die getrennt behandelt werden müssen

Heinz-Dieter Restle vom Gottmadinger Bauamt pocht auf eine strikte Trennung der beiden Themen. Auch wenn es der gleiche Bach im gleichen Ort ist, so geht es doch um verschiedene Mauerabschnitte. Über den einen, nämlich den am Spielplatz, ist bereits entschieden. „Diese Mauer wird noch diesen Sommer entfernt“, erklärt er. Der Auftrag an die ausführende Firma wurde bereits kurz nach Ostern vergeben. „Der Rückbau kostet rund 40 000 Euro“, sagt Restle. „Dafür bekommen wir einen Zuschuss von 80 Prozent.“

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Der Spielplatz Riedwies soll auch erwachsenen Mitbürgern in Gottmadingen als Freizeitgelände dienen. Der Riederbach würde in die Gestaltung einbezogen. Die Neukonzeption liegt aber noch nicht vor.
Der Spielplatz Riedwies soll auch erwachsenen Mitbürgern in Gottmadingen als Freizeitgelände dienen. Der Riederbach würde in die Gestaltung einbezogen. Die Neukonzeption liegt aber noch nicht vor. | Bild: Trautmann, Gudrun

Der Rückbau will gut überlegt sein

Ob die Mauer 50 Meter weiter auch abgerissen werden soll, darüber müssen die Gemeinderäte jetzt nachdenken. So unkompliziert wie beim Spielplatz stellt sich der Rückbau hinter der Hebelhalle nicht dar. Dort macht der Riederbach eine Kurve. Außerdem gibt es einen großen Baumbestand mit einer markanten Weide. „Wenn sie stehenbleibt, könnte man nur 17 bis 20 Meter Mauer entfernen“, erklärt Restle. Als große Lösung wäre denkbar, das gesamte Bachbett zwischen den beiden Brücken zu renaturieren. Das würde die Verwaltung bevorzugen und dafür ebenfalls Zuschüsse beantragen. Ein Problem stellt allerdings der unter dem gepflasterten Bachbett verlaufende Kanal dar. Der müsste gesichert werden. Nun haben die Räte Zeit, darüber nachzudenken. 2021 wird dieses Projekt sicher nicht mehr umgesetzt. Es würde frühestens im Haushalt 2022 budgetiert.

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