Als die neunjährige Lia zur Spielplatztesterin berufen wird, muss sie nicht lange überlegen. Sofort entscheidet sie sich für den Bewegungsspielplatz neben der Hebelschule. In Schulzeiten sei sie fast jeden Tag auf dem Platz und verbringe hier mit ihren Schulfreunden die Pausen. Aber auch in den Ferien kommt Lia öfters zum Spielen oder genauer gesagt zum Turnen her.

Für kleine Kinder eher ungeeignet

Der 480 Quadratmeter große Bewegungsspielplatz besticht mit verschiedenen Bewegungselementen, die zum Klettern, Balancieren und Turnen einladen. Rutschbahn, Sandkasten und Co gibt es hier nicht. „Für kleine Kinder, die noch nicht in die Schule gehen, ist dieser Spielplatz eher ungeeignet“, erklärt Lia. Sie selbst habe sich noch nie wirklich weh getan.

Lia und ihr gleichaltriger Freund Hansi messen ihre Kräfte.
Lia und ihr gleichaltriger Freund Hansi messen ihre Kräfte. | Bild: Sandra Bossenmaier

Und Lia zeigt auch gleich, warum dies so ist. Leichtfüßig springt sie an eine hohe Stange, hangelt daran entlang und landet wieder sicher auf einem Podest. Sofort geht es weiter auf einem Balken, sie springt und balanciert wie eine Feder. In Wahrheit steckt richtig viel Training und Übung hinter diesem Können.

Lias Supersprung von einem Gerät zum nächsten erfordert Kraft und Konzentration.
Lias Supersprung von einem Gerät zum nächsten erfordert Kraft und Konzentration. | Bild: Sandra Bossenmaier

Denn seit ihrer Einschulung vor inzwischen drei Jahren übt Lia fast jeden Tag an den Geräten. Und schon macht sie ihren selbst ernannten Supersprung, bevor sie auf einer schräg verlaufenden Stange weiterbalanciert. „Das ist nicht schwierig für mich“, so die Neunjährige.

Auf Stangen balancieren ist für die Neunjährige dagegen längst ein Kinderspiel.
Auf Stangen balancieren ist für die Neunjährige dagegen längst ein Kinderspiel. | Bild: Sandra Bossenmaier

„Qualität statt Quantität“

In Gottmadingen und den Ortsteilen der Gemeinde gibt es insgesamt 14 Spielplätze. Im Jahr 2017 wurde von der Gemeinde ein neue Spielplatzkonzept erarbeitet, wie Joachim Dutt vom Bauamt erklärt. Seitdem habe man unter dem Gesichtspunkt „Qualität statt Quantität“ zunächst den Bestand im Hinblick auf die Verteilung der Spielplätze und die jeweilige Ausstattung der Plätze bewertet.

Bei der Umsetzung des neuen Konzepts wurden dann einzelne Spielplätze in der Gemeinde aufgegeben, andere wiederum aufgewertet. Die Gottmadinger Verwaltung setzt dabei stark auf Bürgerbeteiligung, auch bei der Umgestaltung des Spielplatzes im Wohngebiet Löhnen, welcher als nächstes aufgewertet werden soll.

Bauhof kontrolliert jede Woche

Für Lia ist der Bewegungsspielplatz in der Ortsmitte sehr attraktiv um sich auszutoben. Hier kann sie nach Herzenslust hüpfen, klettern, schaukeln und springen. Gesichert ist der Spielplatz neben der Grundschule mit feinem Kies. Die anderen Spielplätze in der Gemeinde sind in den Fallschutzbereichen auch mit Hackschnitzel oder Sand gesichert.

Die Plätze werden laut Joachim Dutt jede Woche von Mitarbeitern des Bauhofs Gottmadingen kontrolliert. Und einmal im Jahr führt ein externes Unternehmen eine Hauptuntersuchung zur Kontrolle der Spielgerätesicherheit durch.

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Eines gefällt Lia nicht so ganz an ihrem Lieblingsspielplatz: Sie erklärt, manchmal liege etwas Müll herum. Und tatsächlich finden sich auf dem Platz bei genauerem Hinsehen ein paar OP-Masken auf dem Boden und eine Mülltüte im Gebüsch. Ob der Hundekotbeutel in der Mitte zwischen den Klettergeräten gefüllt oder leer ist, dem möchte Lia besser nicht auf den Grund gehen.

Mit einer Zange Müll eingesammelt

„Manchmal habe ich hier schon mit einer Zange Müll eingesammelt“, erzählt sie. Als Belohnung habe es dann vom Hausmeister der Schule etwas Süßes gegeben. „Im Zuge der wöchentlichen Kontrollen werden Verunreinigungen beseitigt“, so Joachim Dutt. Dreimal in der Woche leere man die Mülleimer, und bei einer solchen Müll-Tour beseitige man natürlich auch offensichtliche Verunreinigungen.

Es ist ein sonniger und warmer Tag, an dem Lia ihren Lieblingsspielplatz zeigt und testet. Ihr Fazit lautet: „Hier spiele ich gerne“. Wenn sie dann nach den Sommerferien die vierte Klasse besuchen wird, möchte sie wieder täglich ihre Pausen auf dem Bewegungsspielplatz verbringen.