Der Verlust ist groß, die Betroffenheit auch: Bürgermeister Michael Klinger schlug kurzerhand eine Trauerminute für die zigtausend Bakterien vor, die in der Teichkläranlage des Ortsteils Ebringen ums Leben gekommen sind. Bei allem Humor hat das Thema einen ernsten und kostspieligen Hintergrund, wie Heinz-Dieter Restle vom Bauamt dem Ausschuss für Technik und Umwelt erklärte: Weil die Bakterien das Klärwasser nicht mehr genug filtern, werden seit einigen Wochen die Grenzwerte überschritten. Ein erster Rettungsversuch scheiterte, deshalb brauche es nun größere, teurere Maßnahmen.

Blut, Diesel und Gülle haben im Becken nichts zu suchen

Und die Gemeinde appelliert an die rund 280 Ebringer, deren Fäkalien in der Kläranlage landen: Es wurden Blut, Diesel und Gülle festgestellt. „Das hat den Bakterien mit der Belüftung den Garaus gemacht“, sagte Restle.

Gemeinsam mit dem Landratsamt Konstanz habe die Gemeinde in den vergangenen Wochen bereits versucht, das Problem zu lösen. Neuer zusätzlicher Klärschlamm sollte die Bakterien neu beleben, doch das ist laut Heinz-Dieter Restle gescheitert. Nun wolle die Gemeinde versuchen, die Bakterien mit neuer Belüftung zu animieren: Ablagerungen auf einer Belüftungsbrücke sollen abgesaugt werden, sodass die Sauerstoff-Umwälzung im Teich besser wird. Denn im ersten von drei Teichen der Kläranlage werden die Grobstoffe gefiltert, wie Restle erklärte. Anschließend wird das Wasser in zwei weiteren Teichen so gereinigt, bis es wieder im Bach fließen darf.

Landratsamt fordert bessere Werte. Und das wird viel kosten

Die Teichkläranlage wird von der Kläranlage Bibertal-Hegau im schweizerischen Ramsen betreut. Und die meldete im Frühjahr schlechte Werte. Das sei immer mal wieder vorgekommen, berichtete Restle, doch nun seien die Werte über einen längeren Zeitraum hinweg überschritten. „Das Landratsamt sitzt uns im Nacken“, sagte Restle klar. Die Kosten seien zwar nicht im Haushalt eingeplant, aber notwendig, ergänzte Bürgermeister Klinger. Mit Schrecken erinnere er sich an ähnliche Maßnahmen vor etwa zehn Jahren. Restle geht von einer höheren fünfstelligen Summe aus.

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Mittelfristig kommen weitere Maßnahmen auf Gemeinde zu

Wenn eine verbesserte Belüftung nicht hilft, soll der Teich leer gepumpt und komplett ausgebaggert werden. Das gilt auch für die beiden anderen Klärteiche: Noch würden die ganz gut funktionieren, mittelfristig müssten sie aber auch ausgebaggert werden. Einfacher und günstiger ist eine für den Herbst geplante Maßnahme, dann soll Schilf neu gepflanzt werden: Das bisher dort wachsende, ältere Schilf nehme nicht so viel Phosphor auf.

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