Ein Rathaus ist ein kommunaler Dienstleistungsbetrieb. Wenn dessen Mitarbeiter schlecht erreichbar sind, weil das Telefonnetz zusammenbricht, ist das nicht gerade bürgerfreundlich. Genauso unerquicklich ist es, wenn sich zum Beispiel im Bauamt Architektenpläne nur sehr langsam hochladen lassen, weil die Datenmengen groß sind. Das kostet wertvolle Arbeitszeit und behindert die Abläufe.

Im Gottmadinger Rathaus will man so einen Zustand möglichst nicht einreißen lassen. Deshalb sollen schon bald im Haus neue IT-Kabel bis zu den Arbeitsplätzen verlegt werden. Wobei der ursprüngliche Plan, gleich beide Rathäuser neu zu verkabeln, nun abgespeckt wurde. Das alte Rathaus wird noch warten müssen bis auch dort neue Leitungen gezogen werden. Das jedenfalls empfehlen die Mitglieder des Ausschusses für Technik und Umwelt dem Gemeinderat.

Die wenigen Zukunftsprojekte schrumpfen

An dem Beispiel zeigen sich jetzt schon sehr deutlich die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Die Gemeinde muss mehr sparen als noch vor einem Jahr angenommen, weil die Gewerbesteuern nicht mehr so üppig fließen. Und das ausgerechnet in dem Moment, in dem Gottmadingen mit der Eichendorff-Realschule eines der größten Bauprojekte seiner Geschichte verwirklicht.

Deshalb müssen auch die wenigen verbliebenen Zukunftsprojekte schrumpfen. Die Räte gehen gefasst und pragmatisch mit der Situation um. Gemacht wird nur noch, was unbedingt nötig ist.

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Gemeinde schlägt bei IT-Verkabelung zwei Fliegen mit einer Klappe

Dazu gehört die bessere Verkabelung der Verwaltung. Alexander Kopp vom Bauamt hat dazu die Firma Poscimur, die auch den Schulneubau betreut, mit einer Untersuchung beauftragt. „Weil Poscimur nur auf die Planung spezialisiert ist, können wir davon ausgehen, dass wir gut beraten werden“, ist Kopp überzeugt. „Wir sollten das Know How nutzen, solange die Fachleute noch wegen der Schule an Bord sind.“

Kosten rasant gewachsen

Das neue Rathaus wurde im Jahr 1988 saniert. Seither hat viel mehr Elektronik Einzug gehalten. Dafür braucht es leistungsfähigere Kabel. „Ursprünglich hatten wir 80.000 Euro für beide Rathäuser eingeplant“, sagt Bürgermeister Michael Klinger. Jetzt werden die Kosten nur für die Kabel allein im neuen Rathaus auf 180.000 Euro geschätzt. Sogenannte CAT7-Kabel sollen von Verteilern in die Büros verlegt werden. Der Vorteil ist, wie Thomas Barth (CDU) und Walter Beyl (FWG) feststellen, dass damit auch heimische Handwerker arbeiten können.

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