Klaus Brachat, der erste Vorsitzende des Vereins Brücke der Freundschaft, und die anderen Vorstandsmitglieder waren hocherfreut, als sie kürzlich Besuch aus Sambia bekamen. Thomas Matthaei, ein deutscher Pfarrer aus Mainz und seit 40 Jahren in Sambia tätig, hatte den Besuch zum Geburtstag seiner hochbetagten Mutter genutzt, um in Ebringen vorbeizuschauen.

Da Matthaei von der Diözese Mpika, in der eine Million Menschen wohnen, als Bauleiter eingesetzt ist, nutzten Klaus Brachat und sein Team die Möglichkeit, Projekte der Brücke der Freundschaft zu besprechen: Abgeschlossen wurde Ende 2020 der Bau einer Vor- und Grundschule in Chipuski.

Pfarrer Thomas Matthaei aus Sambia (v.l.) bei einem Kurzbesuch in Ebringen, hier mit Simone Graf, Klaus Brachat und Sigrid Ammann von der Brücke der Freundschaft.
Pfarrer Thomas Matthaei aus Sambia (v.l.) bei einem Kurzbesuch in Ebringen, hier mit Simone Graf, Klaus Brachat und Sigrid Ammann von der Brücke der Freundschaft. | Bild: Elisabeth Stauder

Sie ist seit 1. Januar in Betrieb. Eigentümer ist die Diözese, für die Thomas Matthaei tätig ist. Dies ist vertraglich zwischen dem Staat Sambia und der Diözese vereinbart. Außerdem muss für jede Schule ein Träger, dies ist in der Regel eine Ordensgemeinschaft, und eine Betreibergesellschaft, in der Regel eine Pfarrei, gefunden werden.

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Somit sind neben dem Vertrag mit der Baufirma noch drei weitere Verträge abzuschließen, aufgrund der Entfernung nicht einfach und ein Verbindungsmann vor Ort wie Pfarrer Matthaei ist hierbei eine große Hilfe. „Kein Problem ist die Versorgung einer Schule mit Lehrer“, so Matthaei, „es gibt viele arbeitslose Lehrer und bei der Einstellung an von Hilfsorganisationen erbauten Schulen übernimmt der Staat die Lohnkosten“.

Kooperation mit weiteren Vereinen

Auch das laufende Projekt ist eine Schule: Die Grundschule in Nakonde wird gemeinsam mit der MakuSti-Stiftung Konstanz und dem Münchner Verein Sternstunden gebaut. Die Finanzierung ist gesichert, obwohl die Corona-Pandemie auch die Brücke der Freundschaft tangiert hat.

„Wir haben einen massiven Spendeneinbruch zu verzeichnen“ erklärte Simone Graf. Es fehlen die Einnahmen beispielsweise aus dem Weihnachtsmarkt in Ebringen und der Sternsinger- und Nikolausaktion. „Die Leute meinen, wegen Corona läuft nichts, dem ist nicht so“ ergänzte Klaus Brachat „wir haben einen Container mit Hygieneartikel nach Sambia geschickt, leider ohne den ebenfalls dringend benötigten Impfstoff“.

Päckchen mit Maggi-Suppen

Der Verein engagiert sich auch in den verschiedensten Bereichen des Gesundheitswesens, der Hilfe für Waisenkinder und sonstige sozial Benachteiligten. Zehn Gemeindezentren in Muchinga im Norden Sambias wurden bereits aufgebaut. Und die Brücke der Freundschaft finanziert bereits seit 18 Jahren eine der drei ständigen Arzt-Stellen im großen Hospital von Chilonga.

Der erste Kontakt zu Sambia entstand mit einem Päckchen, welches an den Ebringer Bruder Burkhardt Fischer nach Sambia geschickt wurde. Es enthielt unter anderem Maggi-Suppen. Mittlerweile war Klaus Brachat fünf Mal in Sambia, und wie Simone Graf, die ihn einmal begleitete, erzählte, hört man im Ort von allen Seiten nur „Klaus is coming!“. Für die Rückreise erhielten sie von den Einwohnern als Verpflegung zwei Hennen und einen Sack Erdnüsse.