Der Naturschutz stand im Mittelpunkt der letzten Sitzung des Gemeinderates Büsingen. Dabei ging es auch um das Vernetzungsprojekt Schaffhausen Ost. Es geht, wie bei den anderen 16 Vernetzungsprojekten im Kanton Schaffhausen, um die Verbesserung der Biodiversität und der Landschaftsqualität.

Doch warum interessiert das in Büsingen? Da die Gemeinde zwar deutsches Territorium ist, die Büsinger Landwirtschaftsbetriebe aber durch den Staatsvertrag der schweizerischen Landwirtschaft unterstellt sind, gelten die eidgenössischen Landwirtschaftsgesetze.

Büsinger Landwirte machen sich gut

Seit Anfang 2003 zahlen Bund, Kanton und Gemeinden für die Umsetzung von Vernetzungsprojekten an Landwirte zusätzliche Beiträge. In einem Projektgebiet werden ökologische Vorkehrungen wie das Anlegen von Hecken, Tümpeln und Pufferzonen entlang von Bächen gefördert.

Das Vernetzungsprojekt Schaffhausen Ost umfasst östliche Teile der Stadt Schaffhausen mit Buchthalen, Herblingen, Gennersbrunn, dazu Büsingen und Dörflingen. Helmut Waldvogel, Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister, stellte im Gemeinderat den Schlussbericht und die erreichten Ziele vor. Insgesamt, so urteilte Waldvogel, sind die Büsinger Landwirte vorbildlich unterwegs.

Deutschland ist strenger als die Schweiz

In der anschließenden Diskussion haben Thomas Weiss und Sandra Wacker darauf hingewiesen, dass Büsingen nicht nur die eidgenössischen Landwirtschaftsgesetze zu beachten hat, sondern auch die Gesetze Baden-Württembergs, insbesondere das vor einem Jahr verabschiedete Biodiversitätsstärkungsgesetz.

Bürgermeisterin Vera Schraner sagte dazu, dass sie mit deutschen Gesprächspartnern Kontakt aufgenommen habe und begrüßte den Gottmadinger Naturschutzbeauftragten Eberhard Koch, der sich für eine Zusammenarbeit zur Verfügung stellt. Das Biodiversitätsgesetz Baden-Württembergs sei anspruchsvoller als das der Schweiz, meinte Koch.

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Auch Landwirt Helmut Waldvogel signalisierte Gesprächsbereitschaft. Störend empfand er, dass in deutschen Statistiken die im Rahmen des Vernetzungsprojekts Schaffhausen Ost erbrachten Büsinger Aktivitäten zur Biodiversität nicht aufgenommen worden seien. Der Gemeinderat hat der Weiterführung des Projekts Schaffhausen Ost bei einer früheren Sitzung bereits zugestimmt.