Irgendwie ist der Wurm drin bei der Gestaltung des Hofladens in der Mitte des Wohnparks Villa Graf in Gottmadingen. Wie oft über dieses Thema schon beraten wurde, lässt sich nur schwer sagen. Jedenfalls entpuppt sich die Frage, wie das Gebäude im Zentrum der großen Wohnanlage aussehen soll, als große Herausforderung. Dabei freuen sich im Grundsatz alle darüber, dass ein neuer Investor für das Projekt der Direktvermarktung regionaler Produkte in einem Ökonomiegebäude mit integriertem Tages-Café weiter verfolgt. Der erste Investor war abgesprungen. Ein neuer musste gefunden werden.

Der historische Zaun gewährt quasi einen Blick durchs Schlüsselloch. Etwa dort, wo der grüne Baucontainer steht, ist der Hofladen mit Café geplant.
Der historische Zaun gewährt quasi einen Blick durchs Schlüsselloch. Etwa dort, wo der grüne Baucontainer steht, ist der Hofladen mit Café geplant. | Bild: Trautmann, Gudrun

Gute Infrastruktur macht den Wohnpark interessant

Insgesamt liegt das Projekt Wohnpark im Zeitplan um etwa ein Jahr zurück. Die 44 Wohneinheiten im eher hochpreisigen Segment korrespondieren gut mit den Häusern auf der gegenüberliegenden Seite der Randegger Straße. Ein Quartier mit eher städtischem Anstrich entsteht hier, wie auch Bürgermeister Michael Klinger stolz feststellt. Das Interesse an den Wohnungen ist groß. Das mag nicht zuletzt an der guten Infrastruktur mit vielen Einkaufsmöglichkeiten in der Nachbarschaft liegen.

Damit sich die Gemeinderäte vorstellen können, wie eine Schieferfassade aussehen könnte, wurde dieses Foto in einer Zoom-Sitzung gezeigt. Screenshot: gtr
Damit sich die Gemeinderäte vorstellen können, wie eine Schieferfassade aussehen könnte, wurde dieses Foto in einer Zoom-Sitzung gezeigt. Screenshot: gtr | Bild: Trautmann, Gudrun

Statt Holz kommt jetzt Schiefer

Als Tüpfelchen auf dem I sehen die Mitglieder des Gemeinderates in allen Fraktionen, dass auch ein Hofladen mit Tages-Café auf dem Gelände geplant ist. Doch der Weg dorthin gestaltet sich nun schon fast im übertragenen Sinne als steinig. War zunächst eine graue Holzlattenfassade vorgesehen, so macht nun der Brandschutz diesen Plänen einen dicken Strich durch die Rechnung. Gottmadingens Stadtplaner Markus Toepfer kann seinen Unmut über diese neue Wendung in der Zoom-Sitzung nur schwer verbergen, als er die neuen Ideen vorstellt. Nun soll es nach dem Willen des Investors eine grau-grüne Schieferverkleidung werden. Passt das überhaupt in das gesamte Wohnpark-Ensemble?

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Gemeinderäte hadern mit der Gestaltung

Michael Klinger hat eine klare Haltung dazu: „Gestalterisch ist das nicht überzeugend“, sagt er. Und er findet es misslich, dass das Gremium sich scheinbar endlos mit dem Thema beschäftigen muss. Auch Bernd Gassner (SPD/UL) sieht wenig Verbindung dieses Baustoffs zur Region. „Das erinnert eher an die traditionelle Schindeldeckung im Sauerland“, sagt er.

Eine Holzlattenfassade sollte den Hofladen im Zentrum des Wohnparks Villa Graf zieren. Doch der Brandschutz spricht dagegen. Jetzt sind Schieferplatten im Gespräch.
Eine Holzlattenfassade sollte den Hofladen im Zentrum des Wohnparks Villa Graf zieren. Doch der Brandschutz spricht dagegen. Jetzt sind Schieferplatten im Gespräch. | Bild: Trautmann, Gudrun

Steinplatten viel teurer als Holzlatten

Kommt hinzu, dass eine Schieferfassade ungleich teurer ist als es Holzlatten wären. Die vom Investor vorgesehene, sogenannte kleinteilige Doppeldeckung gefällt den Räten jedenfalls mehrheitlich nicht. Wenn es schon Schiefer sein müsse, dann sollten sie Platten größer sein und in symmetrischer Deckung erfolgen. Doch das ist nochmal deutlich teurer. Klinger kommentiert die Situation so: „Wir müssen erleiden, was der Investor bezahlt. Befriedigend ist das nicht.“ Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass der Hofladen auch weiter für Gesprächsstoff im Rat sorgen könnte, wenn nämlich auch die neuen Fassaden-Pläne an der Finanzierbarkeit scheitern.

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