„Narrenblut tut allen gut“, dieses Motto trug die jüngste Blutspendeaktion in der Eichendorff-Halle. Dazu aufgerufen hatte der DRK-Ortsverband. Aber nicht allein. Mit dabei waren auch die Narrenzunft Gerstensack, die Heilsberghexen, die Narrenzunft Biberschwanz Bietingen und der Narrenverein Fidelia-Unkenbrenner Randegg. Doch nicht nur an der Aktion selbst waren die verschiedenen Narrenvereine beteiligt, viele von ihnen gaben auch ihr Blut.

Um möglichst viele Narren zu einer Blutspende zu bewegen, hatte sich der DRK-Ortsverband etwas überlegt: für den Verein, der die meisten Mitglieder zum spenden mobilisierte, gab es einen Gutschein über 150 Euro für das Weinhaus Fahr.

Direkt am Eingang der Eichendorff-Halle hielt DRK-Ortsvorstand Peter Löchle an der Pinwand fest, zu welchem Narrenverein die Spender ...
Direkt am Eingang der Eichendorff-Halle hielt DRK-Ortsvorstand Peter Löchle an der Pinwand fest, zu welchem Narrenverein die Spender gehörten. | Bild: Sandra Baindl

Und das zeigte Wirkung. Während bei normalen Terminen rund 140 Spender kommen, erschienen an diesem Tag rekordverdächtige 211 Spendewillige, davon 55 Mitglieder der Vereine. Vom Narrenverein Fidelia-Unkenbrenner waren die meisten Narren gekommen. Er gewann also den Gutschein, und das nicht unverdient.

Denn der Verein hat nur 50 Mitglieder. Jedoch erschien fast ein Viertel von ihnen zur Blutspende und sorgte somit dafür, dass der Gutschein nach Randegg ging. Doch nicht nur die Narren folgten dem Aufruf zur Spende. Bereits eine Woche vor der Blutspendeaktion waren die beliebten späten Termine ab 16 Uhr online schon komplett vergeben. Drei Tage vor der Spendenaktion waren alle Termine ausgebucht.

Margret Lohmüller sorgte mit dafür, dass die Fidelia Unkenbrenner Randegg gewannen.
Margret Lohmüller sorgte mit dafür, dass die Fidelia Unkenbrenner Randegg gewannen. | Bild: Lohmüller

Der DRK-Ortsverein hatte gleich zwei Teams zur Blutentnahme angefordert, um der Nachfrage gerecht zu werden. Ein weiterer Grund war, dass aufgrund der FFP2-Maskenpflicht für die DRK-Mitarbeiter zusätzliche Pausen vorgeschrieben sind. So standen 16 Mitglieder des Ortsvereins und 14 Kollegen des Entnahmeteams zur Verfügung.

Über eine Zahl freute sich Benjamin Steinert, Bereitschaftsleiter des DRK in Gottmadingen, besonders. Wo das DRK sonst zehn bis 15 Erstspender zählt, kamen dieses Mal sogar 30 Neulinge. Steinert führte diese Resonanz eindeutig auf den Aufruf der Narren zurück. Doch auch Mehrfachspender waren natürlich willkommen. Steinert staunte nicht schlecht, als ein Spender zum 111. Mal zur Blutentnahme erschien.

Narren kommen im Häs

Wer als Narr zur Blutspende gekommen war, war nicht schwer zu erraten. Denn die Narren kamen standesgemäß im Häs. Und die Gottmadinger Gerstensäcke brachten gleich noch einen eigenen Narrenbaum in die Echendorff-Halle mit. Besonders freute sich der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Gottmadingen Peter Löchle darüber, dass auch Narren aus Singen und Rielasingen im Häs zur Blutspende erschienen.

Doch nicht nur die Narren fanden Gefallen an dem kleinen bisschen Fasnacht an den ansonsten trüben Tagen. Auch bei den Mitarbeitern des DRK kam die besondere Atmosphäre gut an. So freute sich die Entnahmemitarbeiterin Tatjana Röhrle-Konrat aus Steißlingen, die an Blutspendeaktionen im ganzen Hegau teilnimmt, über die willkommene Abwechslung. „Die Narren sind alle sehr nett, lustig und freundlich“, berichtete sie über den Kontakt mit dem närrischen Volk.

Über die Abwechslung durch die Narren freute sich Tatjana Röhrle-Konrat.
Über die Abwechslung durch die Narren freute sich Tatjana Röhrle-Konrat. | Bild: Sandra Baindl

Viele Spender sind geimpft

Der Ablauf der Blutspende war straff durchorganisiert. Nach der obligatorischen Handdesinfektion ging es zur Anmeldekontrolle, wo DRK-Vorstand Peter Löchle jeden Spender mit einer FFP2-Maske ausstattete. Er war auch für die Überprüfung des Corona-Status zuständig und stellte erfreut fest, dass rund 80 Prozent der Blutspender geboostert waren. Weitere zehn Prozent waren zweifach geimpft, der Rest brachte einen negativen Antigen- oder PCR-Test mit.

Dabei war Löchle überrascht, wie viele junge Spender bereits ihre dritte Impfung erhalten hatten. Nach der Kontrolle ging es weiter zur Registrierung, wo ein Fragebogen mit Fragen zum Gesundheitszustand ausgehändigt wurde.

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Nach einer kurzen ärztlichen Untersuchung mit Überprüfung des Gesundheitszustandes, des Blutdrucks und des Hämoglobinwertes zum Ausschluss einer Blutarmut konnte es zur eigentlichen Blutspende gehen. Diese dauerte rund fünf bis zehn Minuten.

Anschließend hieß es 15 bis 20 Minuten Ruhezeit, wobei bei Erstspendern besonders genau hingesehen wurde, wie sie die Blutentnahme vertrugen. Zur Stärkung nach der Spende stand für jeden ein Vesperpaket mit belegten Brötchen bereit. Und von den Narren gab es passend zur Fasnacht auch noch einen Berliner.

Nächste Aktion mit besonders vielen Sportlern?

Angesichts der enormen Resonanz stand für alle Beteiligten an diesem Tag fest, dass es nicht die letzte Blutspende unter närrischem Motto gewesen sein soll. Doch die Narren könnten schon bald Konkurrenz bekommen.

Mit einem kleinen Narrenbaum sorgten die Mitglieder der Narrenzunft Gerstensack für zusätzliche Fasnachtstimmung beim Blutspenden in der ...
Mit einem kleinen Narrenbaum sorgten die Mitglieder der Narrenzunft Gerstensack für zusätzliche Fasnachtstimmung beim Blutspenden in der Eichendorff-Halle (v.l.): Zunftmeister John Weber, Adrian und Alfred Ruh. | Bild: Sandra Baindl

Denn auch Mitglieder der Sportvereine fragten bereits beim DRK-Vorstand nach, ob nicht auch für sie eine solche Aktion organisiert werden könnte. Vielleicht kommen so am 19. Mai ungewöhnlich viele Sportler in die Eichendorff-Halle. Denn dann steht der nächste Blutspendetermin in Gottmadingen an.