Immer mehr Gottmadinger beschweren sich über Falsch-Parker im Ort, die auch zu Gefährdungen führen. Dies berichtete Beatrix Zureich von der Gottmadinger Verwaltung im Ausschuss für Finanzen und Soziales des Gemeinderats. Bevor sie dem Gremium eine Liste vorlegte, damit über eine Ausdehnung des Einsatzes des Vollzugsdienstes entschieden werden sollte, zeigt sie dessen bisherigen Aufgaben auf. Mit dem Beschluss im Sommer 2016, Blaue Park-Zonen in verschiedenen Gebieten im Ortskern einzurichten, sei auch der Einsatz eines Vollzugsdienstes der Gemeinde geschaffen worden.

Neues Programm für Erfassung

„Die Kontrollen bezogen sich vor allem auf die Einhaltung der Parkzeiten in der Blauen Zone sowie das Parken auf Sperrflächen und Behindertenplätzen sowie Einmündungen mit besonderen Gefahrenbereichen, wie für Kinder. Zudem wurden Zonen ausgewiesen, wo Behinderungen vermieden werden sollten, wie auf dem Parkplatz des Höhenfreibades für Rettungsfahrzeuge“, schilderte Beatrix Zureich.

Auch im Gottmadinger Kornblumenweg soll künftig das Parken kontrolliert werden.
Auch im Gottmadinger Kornblumenweg soll künftig das Parken kontrolliert werden. | Bild: Bittlingmaier, Albert

Nun gebe es aber verstärkt Klagen aus anderen Arealen von Gottmadingen über Park-Vergehen. Deshalb schlage die Verwaltung vor, den Einsatz des Vollzugsdienstes auszudehnen. Eine neues Daten-Programm ermögliche auch eine einfachere Erfassung und Bearbeitung der Verstöße. Eine Erweiterung sei mit dem bestehenden Personal möglich.

„Ohne Einführung der Kontrollen und Bußgeldern hätten wir die Parkzonen nicht einführen brauchen. Auch durch die Zunahme der Ansiedlungen im Ort und des Verkehrs werden wir beim Parken städtischer“, erklärte Bürgermeister Michael Klinger. Er wies auch auf die steigende Zahl von Gefahrenherden hin.

In der Lindenstraße wird es um die Mittagszeit manchmal ziemlich eng. Das sei tagsüber eher die Ausnahme, berichtet eine Anliegern. Es werden in der Lindenstraße aber bald sporadische Kontrollen stattfinden.
In der Lindenstraße wird es um die Mittagszeit manchmal ziemlich eng. Das sei tagsüber eher die Ausnahme, berichtet eine Anliegern. Es werden in der Lindenstraße aber bald sporadische Kontrollen stattfinden. | Bild: Bittlingmaier, Albert

„Wir wollen nicht jeden Tag kontrollieren. Das wäre gar nicht leistbar. Bei harmlosen Vergehen, wie gefahrlos in die falsche Fahrtrichtung parken, drückt die Gemeinde ein Auge zu. Wo es aber brenzlig werden kann – besonders für Kinder -, kontrolliert der Vollzugsdienst. Und die Gemeinde stellt Strafzettel aus“, betont Klinger.

Einmal pro Woche wird kontrolliert

Die Gemeinde setze bei ihrem Vorgehen vor allem auf erzieherische Effekte. Bisher wird im Schnitt einmal pro Woche kontrolliert. Klinger berichtete teils von abstrusen Situationen, wie sie beispielsweise Mitarbeiter eines Unternehmens im Industriepark erzeugten, weil sie nicht auf den von der Firma zugedachten teuren Parkplätzen ihre Autos abstellten, sondern an anderen Stellen. Dort sorgen sie aber dafür, dass es für Sattelzüge teils fast kein Durchkommen gebe.

Weitere kritische Stellen

Aus dem Gremium gab es Hinweise auf weitere kritische Stellen, die ihrer Meinung nach kontrolliert werden müssten. Klinger empfahl allerdings, die nun vorbereitete Ergänzung der Kontrollbereiche erst mal zu belassen, auch wegen personeller Grenzen.

Kuriose Abstimmung

Auf Vorschlag der Verwaltung musste der Ausschuss zwei alternative Beschlüsse fällen. Einstimmig, bei einer Enthaltung, stimmte das Gremium dafür, dass die ausgearbeitete Liste bei der Erweiterung des Einsatzes des Vollzugsdienstes zum Zug kommt. Und ganz kurios: Bei der zweiten Abstimmung, bei der es darum ging, weitere Zonen in die die Ausdehnung miteinzubeziehen, kam es zum Patt. Auf jeweils eine Ja- und Nein-Stimme folgten durchweg Enthaltungen der restlichen Gremiumsmitglieder. Damit fand dieser Vorschlag keine Mehrheit im Gemeinderat.