Den Leiterinnen der Kindergärten von Gottmadingen und den Ortsteilen ist der Frust deutlich anzumerken. Erst die lange Schließung wegen Corona. Und nun volle Gruppen und knappe Plätze in den Betreuungseinrichtungen, wie Lisa Bischoffberger von der Gottmadinger Verwaltung bei der Vorstellung des Kindergarten-Bedarfsplans 2020/2021 im Ausschuss für Finanzen und Soziales des Gemeinderates mit Zahlen untermauert. Es herrscht eine unbefriedigende Situation. Daraus macht auch Bürgermeister Michael Klinger in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Finanzen und Soziales des Gottmadinger Gemeinderates keinen Hehl.

Auch im Kindergarten St. Martin sind die Plätze knapp.
Auch im Kindergarten St. Martin sind die Plätze knapp. | Bild: Bittlingmaier, Albert

„Wir müssen die nächste Zeit überbrücken, um gute, dauerhafte Lösungen zu finden“, erklärt Klinger. „Die Lage ist katastrophal“, erklärt SPD-Gemeinderätin Kirsten Graf. Sie sieht vor allem Engpässe bei der Kinder-Betreuung mit verlängerten Öffnungszeiten. „In Zeiten von Gleichberechtigung geht dies vor allem zu Lasten von berufstätigen Müttern“, zeigt Kirsten Graf auf.

Kapazitäten in freiem Klassenzimmer

Aufgrund der vollen Kindergärten müsse kurzfristig eine neue Gruppe geschaffen werden. Am ehesten sei dies in Randegg möglich, so Bürgermeister Klinger. Im Schulhaus neben dem Kindergarten Biberburg gebe es Kapazitäten in einem freien Klassenzimmer. Dies müsse aber erst noch mit der Rektorin besprochen werden.“Wir werden nicht umhin kommen, dass Gottmadinger ihre Kinder nach Randegg bringen müssen“, so Klinger. Andere Hegauer Gemeinden hätten mit viel größeren Problemen zu kämpfen, zeigt Klinger auf.

Auch in Bietingen steigt Bedarf

„Es ist deutlich feststellbar, dass Plätze in den Kindergärten fehlen. Zumal auch mögliche Kinder von Flüchtlinge noch nicht eingerechnet sind“, fasst Lisa Bischoffberger zusammen. Etwas besser sehe es bei den Kleinkinder-Gruppen aus, obwohl auch in diesem Bereich die Plätze gut belegt seien, so Lisa Bischoffberger. „Es gilt zu überlegen, wie wir uns bei der Belegung der Kindergärten langfristig aufstellen. Die Geburtenzahlen zeigen, dass es auch in Bietingen einen erhöhten Bedarf gibt“, erklärt Bürgermeister Klinger. Die Zahl der Gottmadinger Kinder reiche aber noch nicht aus, um einen weiteren Kindergarten zu öffnen.

Der evangelische Kindergarten befindet sich direkt neben der neuen Eichendorff-Schule, die derzeit gebaut wird.
Der evangelische Kindergarten befindet sich direkt neben der neuen Eichendorff-Schule, die derzeit gebaut wird. | Bild: Bittlingmaier, Albert

„Wir müssen ernsthaft ins Auge fassen, die Kinder zusätzlich an einem Ort zu betreuen, wo es keine neuen Bausteine gibt, wie im Industriegebiet“, so Klinger. Im Industriepark konnten Kinder schon während der Umbauphase des katholischen Kindergartens St. Martin erfolgreich betreut werden. Hauptamtsleiterin Marion Haas verweist auch auf die schwierige Lage auf dem Personalmarkt bei der Kinder-Erziehung. Einen Grund sieht sie darin, dass es bei der Ausbildung keine Vergütung wie in anderen Berufen gebe.

Viel Lob gibt es für die Betreuung der Grundschüler von Gottmadingen, Randegg und Bietingen sowie Fünft- und Sechstklässler der Eichendorff-Realschule durch die von Carola Bühler und Samantha Schiavo geführte gemeinnützige Gesellschaft Spielraum. „Ein tolles Angebot, das gut angenommen wird. Es sind derzeit 173 Schüler in der Betreuung“, so Lisa Bischoffberger.

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