Es war zweifelsohne eine sehr gute Idee der Verantwortlichen des Fanfarenzug Gottmadingen 1968, ihr Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen an der Fahrkantine im Kastaniengarten zu feiern. Die Atmosphäre unter alten Kastanien – direkt am Ufer des Riederbachs – ist eine wunderschöne, und so zogen auch die vereinzelt aufziehenden schwarzen Wolken schnell weiter, um das Fest nicht zu stören.

Wie der Vorsitzende Timo Thiel erzählte, habe man zusätzlich entlang des Riederbachs noch feinen Sand aufgeschüttet und selbstgebaute Liegestühle aufgestellt, um den Gästen „Beach-am-Bach-Feeling“ bieten zu können. Damit sich das Sommer- und Strandgefühl auch echt anfühle, gäbe es frisch gemixten Pina Colada. Der kühlende und erfrischende Cocktail fand dann auch reißenden Absatz.

Allerdings gab es auch einige, die aufgrund ihrer nicht ganz dem frühsommerlichen Wetter angepassten Kleidung etwas litten: das waren die beteiligten Gast-Fanfarenzüge selbst, die zu Ehren des Jubiläumsvereins aufspielten. So schön ihre nach klassischen Vorbildern geschneiderten Uniformen samt Baretten und Stulpstiefeln auch sind, taugen sie doch eher für die fünfte Jahreszeit. Somit war es nur zu verständlich, dass sich die Musiker der Fanfarenzüge erst kurz vor ihrem Auftritt komplett herausputzten. Schön und imposant waren die Auftrittsrituale mit An- und Abmarsch, den tollen Trommelwirbeln und den Fanfarenstößen. Der Reihe nach traten die Fanfarenzüge aus Engen, der „Narizella Ratoldi“ und der Burg Hohenfriedingen aus Radolfzell, „Kuckuck“ Litzelstetten, die „Castellaner“ aus Riedheim und der „Poppele“ Fanfarenzug aus Singen auf.

Strandatmosphäre am Riederbach
Strandatmosphäre am Riederbach

Allerdings mussten die zahlreichen Gäste auf die musikalische Darbietung ihres Fanfarenzuges verzichten, da diese als Veranstalter anderweitig eingebunden waren. Mit tatkräftiger Unterstützung der Narrenzunft Gerstensack kümmerten sie sich um das leibliche Wohl der Gäste, bedienten sie, schenkten Bier aus und beaufsichtigten die Hüpfburg für die Kinder. Tanja Sauter, die Zweite Vorsitzende des Gottmadinger Fanfarenzuges, hatte sich zusammen mit ihrer gesamten Familie um den Kartoffelsalat gekümmert, zu dessen Herstellung 25 Kilogramm Kartoffeln geschält worden waren. „Mir hond nu die guete Herdöpfl us Duetlinge gnumme“, wie ihr Vater Bruno Sauter – gebürtiger Duchtlinger – anschließend verkündete. Überhaupt die Vorbereitungen: Der Vorsitzende Timo Thiel erzählte, dass man im Fanfarenverein schon im letzten Jahr mit der Jubiläumsplanung begonnen habe, dank vieler lokaler Sponsoren gar eine Festschrift habe herausbringen können und in der Sparkasse Gottmadingen einen Monat lang eine Ausstellung mit Bildern zur Geschichte des Vereins habe zeigen dürfen. Neben den Fanfarenzügen unterhielten auch die „Original Aussteiger“, der MV Gottmadingen und die „Mühlengeischter“ die Gäste.